Die geplante Autobahn 39 bewegt die Gemüter. Gerade für Umweltschutzverbände wie den Nabu ist das Projekt mit seinen Auswirkungen ein Thema. Jan-Hinnerk Schwarz, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Boldecker Land, berichtete dazu bei der Jahresversammlung.
Er habe ein Gutachten für den Landesverband erstellt. Als Nabu habe man sich zwar gegen die Autobahn ausgesprochen, doch auch Forderungen formuliert für den Fall des A-39-Baus. „Die Autobahn wird durch den größten unzerschnittenen Landschaftsraum Mitteleuropas gehen“, betonte Schwarz.
Im Gutachten habe er kritisiert, dass nur an zwei Standorten in der Region Arten wie Nachtfalter erfasst werden sollten. „Nötig sind mindestens sieben bis 14 Standorte. Das ist von den Planern auch angenommen worden“, so Schwarz. Auch auf das landesweit bedeutsame Hirschkäfervorkommen im Raum Barwedel habe der Nabu hingewiesen. Für sie seien Schutzvorrichtungen nötig, da sie ebenso wie die Nachtfalter sonst ins Scheinwerferlicht der Autos flögen. Wichtig zudem: 300 Meter breite Wildbrücken, damit diese auch angenommen werden von den Wildtieren.
„Die Ausgleichsmaßnahmen müssen vor Ort stattfinden und nicht irgendwo in der Lüneburger Heide“, sagte Schwarz. Denn bisher seien diese kurz vor Hamburg vorgesehen gewesen. Quelle: Allerzeitung
Donnerstag, 26. April 2012
Kritik an Verkehrsprognose
Bei einer Bürgerversammlung wurden die Pläne vorgestellt. Sie basieren auf Zahlen aus 2006.
Am Nutzen der geplanten Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg haben Kritiker schon immer gezweifelt: 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant soll die Autobahn inzwischen kosten. Jetzt gerät auch die Verkehrsprognose der Planer in die Diskussion. Die Experten hätten ihre Schätzungen für die A 39 auf völlig veraltete Zahlen gestützt, lautet der Vorwurf.
Die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hatte zur Bürgerversammlung in die Leuphana-Universität eingeladen, um den Stand der Planungen zu erläutern. Neben den geplanten Maßnahmen zum Schallschutz der Anwohner waren es die Zahlen der Planer zum erwarteten Verkehrsaufkommen auf der A 39, die auf deutliche Kritik stießen. Mit rund 60 000 Fahrzeugen in 24 Stunden sei im Abschnitt Lüneburg zu rechnen - am stärksten belastet werde die Strecke zwischen Hamburger Straße und Bockelmannstraße. Dort werde es voraussichtlich einen LKW-Anteil von bis zu 16 Prozent geben - vor allem nachts sei das Aufkommen hoch.
Ob denn in diese Prognose der ständig steigende Benzinpreis und die Veränderungen durch den demografischen Wandel eingeflossen seien, wollte die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte (Grüne) von den Planern auf dem Podium wissen. Doch die Experten agierten mit Zahlen, die das Bundesverkehrsministerium ihnen zur Verfügung gestellt hatte - und diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2006.
Kopfschütteln bei den Zuhörern: Erst im vergangenen Jahr hatte eine Verkehrszählung an der Erbstorfer Landstraße eine sinkende Zahl an Fahrzeugen ergeben. Man arbeite daran, diese Zahlen in die Prognose einzubeziehen, kam es vom Podium. Doch viele Zuhörer stellte das nicht zufrieden. "Angesichts der Tatsache, dass uns das Benzin vermutlich in den nächsten 50 Jahren ausgeht, stellt sich die Frage, welchen Sinn dieser neue Verkehrsweg überhaupt hat", meinte ein Zuhörer.
Zumal die Anwohner mit einer deutlichen Umgestaltung ihres Lebensumfeldes konfrontiert werden, wenn die A 39 kommt. 31 Meter breit wird die Trasse sein, mit der Lüneburgs bisherige Ostumgehung zur Autobahn umgebaut werden soll. Sechs bis 14 Meter hohe Lärmschutzwände, sowie verschachtelte Systeme aus Erdwällen und kleineren Wänden, außerdem ein 399 Meter langer Tunnel und die Verwendung von OPA (offenporigem Flüsterasphalt) sollen die Nachbarn vor Lärm und Abgasen schützen. "Optisch ist das Ganze keine Zierde", stellte eine Zuhörerin nach Betrachtung einer Videoanimation fest.
Moorfeld, Neu-Hagen, das im Bau befindliche Hanseviertel und Adendorf werden den Lärm der neuen A 39 in erster Linie zu hören bekommen. "Alles bleibt aber unterhalb der Grenzwerte, die das Gesetz dafür bestimmt. Lediglich an der Erbstorfer Landstraße und in Neu Hagen gibt es Grenzwertüberschreitungen", stellte der zuständige Diplom-Ingenieur Volker Meyer fest.
Auch ein längerer Tunnel in Moorfeld, der von vielen Lüneburgern gewünscht wird, würde den Lärmschutz nicht erhöhen, meinte Meyer. Dazu meinte dazu ein Besucher: "Wir Adendorfer hören schon jetzt viel zu viel Lärm von der Ostumgehung." Quelle: Hamburger Abendblatt
Am Nutzen der geplanten Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg haben Kritiker schon immer gezweifelt: 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant soll die Autobahn inzwischen kosten. Jetzt gerät auch die Verkehrsprognose der Planer in die Diskussion. Die Experten hätten ihre Schätzungen für die A 39 auf völlig veraltete Zahlen gestützt, lautet der Vorwurf.
Die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hatte zur Bürgerversammlung in die Leuphana-Universität eingeladen, um den Stand der Planungen zu erläutern. Neben den geplanten Maßnahmen zum Schallschutz der Anwohner waren es die Zahlen der Planer zum erwarteten Verkehrsaufkommen auf der A 39, die auf deutliche Kritik stießen. Mit rund 60 000 Fahrzeugen in 24 Stunden sei im Abschnitt Lüneburg zu rechnen - am stärksten belastet werde die Strecke zwischen Hamburger Straße und Bockelmannstraße. Dort werde es voraussichtlich einen LKW-Anteil von bis zu 16 Prozent geben - vor allem nachts sei das Aufkommen hoch.
Ob denn in diese Prognose der ständig steigende Benzinpreis und die Veränderungen durch den demografischen Wandel eingeflossen seien, wollte die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte (Grüne) von den Planern auf dem Podium wissen. Doch die Experten agierten mit Zahlen, die das Bundesverkehrsministerium ihnen zur Verfügung gestellt hatte - und diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2006.
Kopfschütteln bei den Zuhörern: Erst im vergangenen Jahr hatte eine Verkehrszählung an der Erbstorfer Landstraße eine sinkende Zahl an Fahrzeugen ergeben. Man arbeite daran, diese Zahlen in die Prognose einzubeziehen, kam es vom Podium. Doch viele Zuhörer stellte das nicht zufrieden. "Angesichts der Tatsache, dass uns das Benzin vermutlich in den nächsten 50 Jahren ausgeht, stellt sich die Frage, welchen Sinn dieser neue Verkehrsweg überhaupt hat", meinte ein Zuhörer.
Zumal die Anwohner mit einer deutlichen Umgestaltung ihres Lebensumfeldes konfrontiert werden, wenn die A 39 kommt. 31 Meter breit wird die Trasse sein, mit der Lüneburgs bisherige Ostumgehung zur Autobahn umgebaut werden soll. Sechs bis 14 Meter hohe Lärmschutzwände, sowie verschachtelte Systeme aus Erdwällen und kleineren Wänden, außerdem ein 399 Meter langer Tunnel und die Verwendung von OPA (offenporigem Flüsterasphalt) sollen die Nachbarn vor Lärm und Abgasen schützen. "Optisch ist das Ganze keine Zierde", stellte eine Zuhörerin nach Betrachtung einer Videoanimation fest.
Moorfeld, Neu-Hagen, das im Bau befindliche Hanseviertel und Adendorf werden den Lärm der neuen A 39 in erster Linie zu hören bekommen. "Alles bleibt aber unterhalb der Grenzwerte, die das Gesetz dafür bestimmt. Lediglich an der Erbstorfer Landstraße und in Neu Hagen gibt es Grenzwertüberschreitungen", stellte der zuständige Diplom-Ingenieur Volker Meyer fest.
Auch ein längerer Tunnel in Moorfeld, der von vielen Lüneburgern gewünscht wird, würde den Lärmschutz nicht erhöhen, meinte Meyer. Dazu meinte dazu ein Besucher: "Wir Adendorfer hören schon jetzt viel zu viel Lärm von der Ostumgehung." Quelle: Hamburger Abendblatt
Lüneburg zweifelt
Stadt fordert weitere Untersuchungen: Zweifel an ausreichendem Lärmschutz in Lüne-Moorfeld für den Bau der A39.
In Fragen des Lärmschutzes für die Anrainer der geplanten A 39 durch Lüneburg sieht die Stadt noch Klärungsbedarf. Die Verwaltung nimmt die Präsentationen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in der Universität am Montagabend zum Anlass, in einem Informationsschreiben an alle Ratsmitglieder ihre Anliegen darzulegen. Vier Fragen seien aus Sicht der Stadt dringend noch zu klären, falls erforderlich will die Verwaltung auch entsprechende Gutachten einholen:
Bereits beim Info-Abend hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge gesagt: „Unsere Meinung ist klar: Wir wollen einen längeren Tunnel. Wir werden die Planung jetzt genauer anschauen und rechtlich und fachlich beurteilen, auch mit externen Fachleuten. Unsere Forderungen müssen natürlich auch vor Gericht Bestand haben.“ Die Stadt Lüneburg werde sich mit Adendorf abstimmen.
Der weitere Verlauf wird auch im Begleitausschuss A 39 vorgestellt. Der Ausschuss tagt öffentlich, Sitzungen werden rechtzeitig angekündigt. Aktuelle Termine und Protokolle sind einzusehen unter www.lueneburg. de/a39 im Internet. Dort zu finden ist auch eine Verlinkung zum aktuellen Planungsstand und den Unterlagen der Landesbehörde. Quelle: Landeszeitung
In Fragen des Lärmschutzes für die Anrainer der geplanten A 39 durch Lüneburg sieht die Stadt noch Klärungsbedarf. Die Verwaltung nimmt die Präsentationen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in der Universität am Montagabend zum Anlass, in einem Informationsschreiben an alle Ratsmitglieder ihre Anliegen darzulegen. Vier Fragen seien aus Sicht der Stadt dringend noch zu klären, falls erforderlich will die Verwaltung auch entsprechende Gutachten einholen:
- Ist der geplante Tunnel im Bereich Lüne-Moorfeld lang genug, um die Bewohner ausreichend vor Lärm zu schützen?
- Zurzeit befindet sich nördlich des Stadtteils Lüne-Moorfeld auf der Ostseite der Ostumgehung ein Lärmschutzwall. Der soll laut Planer wegen der für die Autobahn verbreiterten Trasse entfernt und durch eine deutlich kürzere Lärmschutzwand ersetzt werden. Die Stadt fragt: Schützt die künftige Wand zusammen mit dem sogenannten Flüsterasphalt, der verwendet werden soll, die Bewohner ausreichend vor Lürm? Oder ist es notwendig, entweder den bestehenden Lärmschutzwall wiederherzurichten, alternativ die geplante Schutzwand auf die Länge des Walls zu verlängern?
- Für die sogenannten Anschlussohren an der Anschlussstelle Lüneburg-Ebensberg sind derzeit keine Lärmschutzwände geplant. Die Stadt möchte prüfen lassen, ob diese für einen effektiven Lärmschutz im Bereich Lüne-Moorfeld erforderlich sind.
- Sind die bisherigen Annahmen und Untersuchungen der Landesbehörde zu den zu befürchtenden Luftschadstoffbelastungen (Stichwort Feinstaub) zutreffend?
Bereits beim Info-Abend hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge gesagt: „Unsere Meinung ist klar: Wir wollen einen längeren Tunnel. Wir werden die Planung jetzt genauer anschauen und rechtlich und fachlich beurteilen, auch mit externen Fachleuten. Unsere Forderungen müssen natürlich auch vor Gericht Bestand haben.“ Die Stadt Lüneburg werde sich mit Adendorf abstimmen.
Der weitere Verlauf wird auch im Begleitausschuss A 39 vorgestellt. Der Ausschuss tagt öffentlich, Sitzungen werden rechtzeitig angekündigt. Aktuelle Termine und Protokolle sind einzusehen unter www.lueneburg. de/a39 im Internet. Dort zu finden ist auch eine Verlinkung zum aktuellen Planungsstand und den Unterlagen der Landesbehörde. Quelle: Landeszeitung
IHK: Brief realitätsfern
Mit Unverständnis reagiert die Industrieund Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg auf einen offenen Brief der BI Hohnstorf in Bezug auf die A 39 und deren Entlastungswirkung.
Die Autobahngegner vergleichen in der Veröffentlichung Zahlen aus dem Jahr 2005 mit Prognosezahlen für das Jahr 2025 und kommen zu dem Ergebnis, dass keine spürbare Entlastung für die B 4-Anrainer zu erwarten sei. „Das massive Verkehrswachstum, gerade im Hafenhinterland, wird dabei offenbar bewusst verschwiegen und in der Argumentation außer Acht gelassen. Besonders der Lkw-Verkehr wird die neue Trasse dankend annehmen“, kommentiert Martin Exner, Verkehrsexperte der Kammer. Nach Vorstellungen der BI Hohnstorf soll der Güterverkehr auf das Binnenschiff oder die Bahn verlagert werden. „Hier setzt sich die Realitätsferne der Argumentation fort“, findet Exner, „denn die Kapazitäten auf Schiene und Wasserstraße sind in unserer Region bereits heute knapp.“ Die IHK engagiere sich deshalb für den Ausbau aller Verkehrsträger. Neben dem Bau der A 39 setzt sie sich für den Bau einer neuen Schleuse in Scharnebeck und für die Y-Trasse ein. Quelle: Landeszeitung
Die Autobahngegner vergleichen in der Veröffentlichung Zahlen aus dem Jahr 2005 mit Prognosezahlen für das Jahr 2025 und kommen zu dem Ergebnis, dass keine spürbare Entlastung für die B 4-Anrainer zu erwarten sei. „Das massive Verkehrswachstum, gerade im Hafenhinterland, wird dabei offenbar bewusst verschwiegen und in der Argumentation außer Acht gelassen. Besonders der Lkw-Verkehr wird die neue Trasse dankend annehmen“, kommentiert Martin Exner, Verkehrsexperte der Kammer. Nach Vorstellungen der BI Hohnstorf soll der Güterverkehr auf das Binnenschiff oder die Bahn verlagert werden. „Hier setzt sich die Realitätsferne der Argumentation fort“, findet Exner, „denn die Kapazitäten auf Schiene und Wasserstraße sind in unserer Region bereits heute knapp.“ Die IHK engagiere sich deshalb für den Ausbau aller Verkehrsträger. Neben dem Bau der A 39 setzt sie sich für den Bau einer neuen Schleuse in Scharnebeck und für die Y-Trasse ein. Quelle: Landeszeitung
A 39 kein Problemlöser
Mitglieder der BI Hohnstorf schreiben offenen Brief an Bürgermeister und Ortsvorsteher an der B 4.
Straßen verbinden: Das jedenfalls propagiert die Speditionsbranche. In der Lüneburger Region will man diesem Slogan aber keinen rechten Glauben schenken. Im Gegenteil: Der umstrittene Bau der geplanten Autobahn 39 spaltet die Bürger wie kaum ein anderes Großprojekt. „Die Autobahn muss kommen, je schneller desto besser!“ Diese Forderung bekräftigten jüngst Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner und seine Kollegen Christopher Tieding, Ortsvorsteher von Bargdorf, Andreas Feige, Ortsvorsteher in Grünhagen, und Jelmstorfs Bürgermeister Norbert Brandl. Die Kommunalpolitiker erhoffen sich durch den Bau der Autobahn eine spürbare Entlastung auf der B 4, die ihre Orte durchschneidet. Eine Umgebung, in der die Menschen in Ruhe schlafen können, in der Lärm und Umweltbelastung in erträglichen Grenzen bleiben, das wünschen sich auch Reinhard Meyer und Wolfgang Schneider von der „Bürgerinitiative Hohnstorf 2011“. „Dieser Wunsch verbindet uns mit den Bürgermeistern und Ortsvorstehern“, betonen die beiden BI-Mitglieder in einem offenen Brief. Doch ob der Bau der A39 dafür „das einzig richtige Heilmittel“ ist, das bezweifeln Meyer und Schneider.
„Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geht davon aus, dass nach Fertigstellung der A 39 auf der B 4 im südlichen Bereich der Lüneburger Umgehung im Prognosejahr 2025 noch 30 000 Fahrzeuge pro Tag zu verzeichnen sein werden; im Analysejahr 2005 waren es 32 800“, rechnen die BI-Sprecher vor. Sie sind überzeugt: „Der Bau der A 39 würde für die Bewohner der an der B 4 liegenden Ortschaften keine – im Vergleich zur heutigen Situation – spürbare Entlastung bringen.“ Ihre Begründung: Der weitaus größte Teil des Verkehrs, der sich zwischen Lüneburg und Uelzen bewege, sei regional verursachter Verkehr. „Und der wird für die Kurzstrecken nicht extra einen Umweg über die A 39 machen“, sind Meyer und Schneider überzeugt.
Statt also auf Großprojekte zu warten, „deren Finanzierung wegen ihrer miserablen Nutzen-Kosten-Verhältnisse ungewiss bleibt“, rät die Hohnstorfer BI den betroffenen Bürgermeistern und Ortsvorstehern, „zu überlegen, welche Maßnahmen ihren Bürgern tatsächlich rasch helfen könnten“.
Melbeck, so die Sprecher der Bürgerinitiative weiter, habe bei der Ausweisung neuer Baugebiete den Fehler gemacht, die Möglichkeit einer Umgehungsstraße nicht zu bedenken. Doch die ist aus Sicht der Hohnstorfer „alternativlos, wenn der durch den Ort geführte Verkehr vermindert werden soll“.
Dass sich Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner über Naturschutzmaßnahmen im Zuge der A 39-Planung beschwert, gleichzeitig aber Naturschutz-Argumente gegen eine Melbecker Ortsumgehung anführt – „das ist skurril“, finden die BI-Sprecher, die zum Schluss kommen: „Güterverkehr gehört, wo immer möglich, auf die Bahn oder das Binnenschiff.“ Die A39 dagegen sei ein überflüssiger Luxus, urteilen Schneider und Meyer. Quelle: Landeszeitung
Straßen verbinden: Das jedenfalls propagiert die Speditionsbranche. In der Lüneburger Region will man diesem Slogan aber keinen rechten Glauben schenken. Im Gegenteil: Der umstrittene Bau der geplanten Autobahn 39 spaltet die Bürger wie kaum ein anderes Großprojekt. „Die Autobahn muss kommen, je schneller desto besser!“ Diese Forderung bekräftigten jüngst Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner und seine Kollegen Christopher Tieding, Ortsvorsteher von Bargdorf, Andreas Feige, Ortsvorsteher in Grünhagen, und Jelmstorfs Bürgermeister Norbert Brandl. Die Kommunalpolitiker erhoffen sich durch den Bau der Autobahn eine spürbare Entlastung auf der B 4, die ihre Orte durchschneidet. Eine Umgebung, in der die Menschen in Ruhe schlafen können, in der Lärm und Umweltbelastung in erträglichen Grenzen bleiben, das wünschen sich auch Reinhard Meyer und Wolfgang Schneider von der „Bürgerinitiative Hohnstorf 2011“. „Dieser Wunsch verbindet uns mit den Bürgermeistern und Ortsvorstehern“, betonen die beiden BI-Mitglieder in einem offenen Brief. Doch ob der Bau der A39 dafür „das einzig richtige Heilmittel“ ist, das bezweifeln Meyer und Schneider.
„Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geht davon aus, dass nach Fertigstellung der A 39 auf der B 4 im südlichen Bereich der Lüneburger Umgehung im Prognosejahr 2025 noch 30 000 Fahrzeuge pro Tag zu verzeichnen sein werden; im Analysejahr 2005 waren es 32 800“, rechnen die BI-Sprecher vor. Sie sind überzeugt: „Der Bau der A 39 würde für die Bewohner der an der B 4 liegenden Ortschaften keine – im Vergleich zur heutigen Situation – spürbare Entlastung bringen.“ Ihre Begründung: Der weitaus größte Teil des Verkehrs, der sich zwischen Lüneburg und Uelzen bewege, sei regional verursachter Verkehr. „Und der wird für die Kurzstrecken nicht extra einen Umweg über die A 39 machen“, sind Meyer und Schneider überzeugt.
Statt also auf Großprojekte zu warten, „deren Finanzierung wegen ihrer miserablen Nutzen-Kosten-Verhältnisse ungewiss bleibt“, rät die Hohnstorfer BI den betroffenen Bürgermeistern und Ortsvorstehern, „zu überlegen, welche Maßnahmen ihren Bürgern tatsächlich rasch helfen könnten“.
Melbeck, so die Sprecher der Bürgerinitiative weiter, habe bei der Ausweisung neuer Baugebiete den Fehler gemacht, die Möglichkeit einer Umgehungsstraße nicht zu bedenken. Doch die ist aus Sicht der Hohnstorfer „alternativlos, wenn der durch den Ort geführte Verkehr vermindert werden soll“.
Dass sich Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner über Naturschutzmaßnahmen im Zuge der A 39-Planung beschwert, gleichzeitig aber Naturschutz-Argumente gegen eine Melbecker Ortsumgehung anführt – „das ist skurril“, finden die BI-Sprecher, die zum Schluss kommen: „Güterverkehr gehört, wo immer möglich, auf die Bahn oder das Binnenschiff.“ Die A39 dagegen sei ein überflüssiger Luxus, urteilen Schneider und Meyer. Quelle: Landeszeitung
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