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Mittwoch, 12. März 2025

Fahrraddemo gegen den Bau der A39!

Gemeinsam für eine nachhaltige Mobilität

Am Sonntag, dem 16. März 2025, versammeln sich in Lüneburg zahlreiche Umwelt- und Klimaschutzinitiativen, um gegen den geplanten Bau der Autobahn A39 zu protestieren. Unter dem Motto "Fahrrad fahr'n gegen die Autobahn - Keine A39!" ruft ein breites Bündnis zu einer Fahrraddemonstration auf, die um 12:00 Uhr auf dem Marktplatz in Lüneburg startet.

 Flyer mit Einladung zur Fahrraddemo am 16.03.2025 gegen den Bau der Autobahn 39. Im Hintergrund ist im Kinderbuchstil der Bau einer Straße zu sehen. Unterhalb sind die Logos mehrerer Umweltverbände zu sehen.

Hintergrund des Protests

Der kürzlich erlassene Planfeststellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt der A39 hat bei Umweltverbänden und Bürgerinitiativen Besorgnis ausgelöst. Der geplante Autobahnneubau basiert auf veralteten Verkehrskonzepten, widerspricht den deutschen Klimaschutzzielen, zerstört Naturräume sowie wertvolle landwirtschaftliche Flächen und bremst die Entwicklung einer zukunftsfähigen Mobilität.

Langjähriger Widerstand

Seit über 20 Jahren engagieren sich Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen gegen den Bau der A39 und setzen sich für eine bessere Mobilität ein. Durch Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und erfolgreiche Klagen vor Gericht konnte der Bau bislang verhindert werden. Aktuell sammelt der BUND Regionalverband Elbe-Heide Spenden für eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zum ersten Bauabschnitt der A39. Der BUND-Landesverband Niedersachsen hat bereits am 3. März 2025 Klage eingereicht.

Ablauf der Demonstration

  • 12:00-12:15 Uhr: Auftaktkundgebung auf dem Marktplatz Lüneburg
  • 12:30 Uhr: Start der Fahrraddemonstration
  • 13:00-13:20 Uhr: Zwischenkundgebung an der Bernsteinstraße/Hamburger Straße (Koordinaten: 53.282094, 10.397205)
  • 13:30 Uhr: Weiterfahrt auf der Ostumgehung bis zur Abfahrt Bockelmannstraße/Adendorf
  • 14:10 Uhr: Ankunft im Lüner Holz, Abschlusskundgebung mit Kaffee und Kuchen
  • 15:00 Uhr: Gemeinsame Rückfahrt zum Marktplatz


Aufruf zur Teilnahme

Die Veranstalter rechnen mit mehreren Hundert Teilnehmenden und laden alle Interessierten ein, sich der Demonstration anzuschließen. Gemeinsam soll ein Zeichen für den Erhalt der Natur und eine zukunftsfähige Verkehrspolitik gesetzt werden.

Weitere Informationen

 

 

Dienstag, 3. Dezember 2013

Grobe Steuerverschwendung

Größte Überraschung des ersten von drei geplanten Erörterungstagen für fast 1600 Einwendungen zur Planfeststellung der A 39 war das Eingeständnis der Planfeststellungsbehörde, dass die A 39 in ihrem Profil für den 6-spurigen Ausbau geplant wird. Deutlich wurde dies an den üppig dimensionierten Standstreifen im geplanten „Lüneburger Tunnel“, die leicht für eine generelle 6-streifige Verkehrsführung genutzt werden könnten. Bei einem zukünftigen Ausbau bestünden laut Planfeststellungsbehörde keine erneuten Ansprüche auf einen verbesserten bedarfsgerechten Lärmschutz für die Anwohner.
Die Planfeststellungsbehörde hat nun die 6-spuriege Planung der A 39 zugegeben, in deren Rahmen auch eine Verbreiterung der Trasse auf 33 Meter vorgesehen ist. Zum Vergleich: Die A 39 zwischen Lüneburg und Maschen verfügt nach Angaben der Gemeinde Seevetal nur über einen Querschnitt von 27 Metern. Andererseits versucht man zu beschwichtigen und klärt darüber auf, dass kaum mit einem tatsächlichen 6-spurigen Ausbau zu rechnen sei, denn dank der zukünftig durchgehend ebenfalls 6-spurigig befahrbaren und parallel zur A 39 verlaufenden A 7 sei nicht mit einem entsprechenden Verkehrspotenzial zu rechnen. „Wir freuen uns, dass man auch unserer Stellungnahme indirekt recht gegeben hat, denn auch die Verkehre im A 39-Untersuchungsraum sind nach den Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) insgesamt leicht rückläufig. Das räumte die Planungsbehörde ein. Besonders deutlich ist die Entwicklung beim Schwerlastverkehr, wo die Maßnahmen gegen den Mautausweichverkehr – also die Sperrung der B 4 für den schweren Transit-Lkw-Verkehr – Wirkung zeigen“, erklärt Hans-Christian Friedrichs, Landesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Der Verkehrsclub Deutschland geht von einer Verstärkung des Effekts aus, wenn erst die Lkw-Maut auf das gesamte Bundesstraßennetz ausgeweitet wird. Dies hatte Verkehrsminister Olaf Lies am 10. Oktober auf einem Netzwerktreffen in Berlin als Konsens der Verkehrsministerkonferenz mit einem Umsetzungshorizont von maximal drei Jahren angekündigt und sogar die Einbeziehung aller Landesstraßen gefordert. „Dann würde ein Großteil des überregionalen Schwerlastverkehrs zurück auf die bestehenden Autobahnen und vor allem auf die umweltfreundlichere Schiene verlagert werden und die Region somit eine weitere Entlastung erfahren. Ein tatsächlicher 6-spuriger Ausbau einer A 39 scheint damit absurder denn je, wir lehnen sogar das ganze Projekt aus ökologischen und ökonomischen Gründen ab. Die Widersprüche einer kostspieligen 6-spurigen Tunnelplanung einerseits und einem stetig sinkenden verkehrlichen Bedarf andererseits konnte die Behörde nicht ausräumen“, so Friedrichs weiter.
Der VCD fordert die Landesregierung angesichts der mittel- und langfristigen Entwicklung unter anderem im Güterverkehr auf, die Planungen der A 39 umgehend einzustellen und somit Steuermittel einzusparen, die dringend für den Erhalt der bestehenden Infrastruktur und die Reaktivierung von Schienenstrecken benötigt werden. Der VCD kritisiert außerdem, mit welcher Selbstverständlichkeit die Planungsbehörde hier ohne politischen Auftrag potenziell mehr Verkehr generierende Maßnahmen, wie die 6-Spurigkeit der A 39, plant. Quelle: VCD

Montag, 26. August 2013

Es muss nicht immer eine Autobahn sein!

Am 4. September findet eine hochkarätig besetzte Informationsveranstaltung in Lessien statt. VCD und BUND haben den Erfurter Verkehrswissenschaftler Matthias Gather eingeladen. In der ZDF-Sendung Frontal 21 machte der kürzlich deutlich: Im strukturschwachen ländlichen Raum bringen Autobahnen heutzutage kein Wirtschaftwachstum mehr.
Die Baukosten - mit einer Ausnahme - höher als geplant, die Auslastung geringer als gehofft: Das ZDF-Magazin Frontal2l befasste sich kürzlich mit dem Autobahnbau. Zu Wort kam auch Prof. Matthias Gather, Verkehrsexperte von der Fachhochschule Erfurt, der am 4. September auf Einladung von Bund für Umwelt und Naturschutz und Verkehrsclub in Lessien spricht. Gathers Thema in lessien: regionalwirtschaftliche Effekte des Fernstraßenbaus. Tenor im ZDF-Beitrag: Eine Autobahn alleine sorgt nicht für den wirtschaftlichen Aufschwung. Eine gut ausgebaute Bundesstraße in Kombination mit einer regen Stadtverwaltung tut es auch. Den dreispurigen B4-Ausbau plant Hinrike Böhm von der niedersächsischen Landesanstalt für Straßenbau Hannover. Sie ist in Lessien auch dabei. Gather sagt in dem ZDFBeitrag: "Es gibt natürlich bestimmte Bereiche, die können nur mit einer Autobahn leistungsfähig und sicher miteinander verbunden werden. Aber gerade in diesen strukturschwachen, oft dünn besiedelten Räumen, in denen heute noch Autobahnen geplant werden, ist es meistens so, dass über einen qualifizierten Ausbau von Bundesstraßen ähnliche Reisezeitvorteile erreicht werden können."

Bei der Informationsveranstaltung in Lessien wird Gather begründen, warum ein Ausbau der B4 eine sinnvolle Alternative zum Bau der A 39 ist und darüber mit Hinrike Böhm von der niedersächsischen Straßenbaubehörde diskutieren.Diese Veranstaltung ist für unsere Arbeit von zentraler Bedeutung. Die Fahrt nach Lessien wird sich lohnen!

Diskutieren auch Sie mit den Fachleuten! Welche Vor- und Nachteile bieten beide Fernstraßen hinsichtlich Wohnqualität, Wirtschaft, Natur- und Klimaschutz?

Prof. Matthias Gather, Fachhochschule Erfurt, Institut Verkehr und Raum
Dipl.-Ing. Hinrike Böhm, Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Mittwoch, 4. September, 19 Uhr
Schützenheim
Lessien Quelle: Dachverband KEINE! A39

Freitag, 8. März 2013

Alternativliste

Das Bundesnetzwerk „Verkehr mit Sinn“ und Umweltverbände legten kürzlich eine Streich- und Alternativliste zum Bundesverkehrswegeplan vor und forderten eine Neuausrichtung der Infrastrukturpolitik: "Straßen sind oft zu teuer, überdimensioniert und landschaftszerstörend. Alternativen sind vorhanden."

Das Bundesnetzwerk „Verkehr mit Sinn“ hat am heutigen Freitag in Berlin seine Streich- und Alternativliste für den nächsten Bundesverkehrswegeplan (BVWP 2015) vorgestellt. Die in diesem Bündnis zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen kritisieren damit die Steuergeldverschwendung für unnötige Straßenneubauprojekte zu Lasten des Bundeshaushalts und fordern, auf sinnlosen Straßenbau zu verzichten und die vorgeschlagenen umweltverträglichen und kostengünstigen Alternativen umzusetzen. Für die aktuell laufende Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans für den Zeitraum 2015-2030 schlägt das Bundesnetzwerk „Verkehr mit Sinn“ vor, aus der bisherigen Planung konkret 61 Vorhaben für den Neu- und Ausbau von Bundesstraßen und Bundesautobahnen aus dem gesamten Bundesgebiet zu streichen.
Die Umweltverbände BUND, NABU und VCD Niedersachsen unterstützen das vor zwei Jahren gegründete Netzwerk und fordern eine Neuausrichtung der deutschen Verkehrspolitik: Der nächste Bundesverkehrswegeplan müsse endlich einen entscheidenden Schritt zu nachhaltigen Verkehrskonzepten, zu Verkehrsverlagerung und -vermeidung vorankommen.
Die Liste weise für jedes Bauprojekt – soweit verfügbar – die Kritikpunkte aus Umweltsicht, mögliche Alternativen, die Ansprechpartner der Bürgerinitiativen vor Ort und die geplanten Baukosten aus.
„Deutlich über 20 Milliarden Euro könnten beim nächsten Bundesverkehrswegeplan gespart werden, wenn auf diese unnötigen und überdimensionierten Straßenbauprojekte verzichtet würde. Alle wissen, dass künftig viel mehr Mittel als bisher in den Straßenerhalt und die Sanierung der Brücken gesteckt werden müssen. Die geplanten fünf Milliarden Euro zusätzlich für die nächsten vier Jahre müssten komplett für Erhaltungsinvestitionen in die Schiene, die Wasserstraßen und die Straßenbrücken verwendet werden“, sagte Wolfram Günther, Vorstandssprecher des Netzwerks. Die vorliegende Liste stelle daher eine Minimalforderung an den Bundesverkehrswegeplan dar.
Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU: „Deutschland hat eines der am besten erschlossenen und dichtesten Straßennetze der Welt. Dennoch sind neue Vorhaben mit einer Gesamtlänge von tausenden Kilometern geplant, die in der Bevölkerung höchst umstritten sind, ein erhebliches Umweltrisiko in sich tragen und angesichts der nötigen Haushaltskonsolidierung absolut nicht finanzierbar sind. Um es klar zu sagen: Beim Straßenbau lebt Deutschland schon seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse.“ Es sei daher kein Wunder, dass man dem Ziel einer Reduzierung der Neuversiegelung von Flächen auf 30 Hektar am Tag – was auch der neue Koalitionsvertrag fordert – noch keinen Schritt näher gekommen ist. Statt in teure und überdimensionierte Großprojekte und damit in weitere Landschaftszerstörung zu investieren, sollten die begrenzten Finanzmittel vollständig in den Bestandserhalt investiert werden. Beispielhaft für solche Fehlplanungen nannte Oeliger den geplanten Weiterbau der Autobahn A1 in der Eifel oder auch die feste Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und Lolland in Dänemark, wo vollkommen überzogene Angaben zum Verkehrsaufkommen als Begründung für den Bau der Straßen genannt wurden und die Baukosten systematisch kleingerechnet würden.
Nur „Trippelfortschritte“ erkennt Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik des BUND, beim Beteiligungsverfahren des neuen BVWP, denn die Bürgermeister, Landräte und Landesverkehrsminister hätten wieder rund 2.000 Fernstraßenprojekte gemeldet, um möglichst viel Geld aus dem Bundeshaushalt zu kassieren. „Der BUND hat über 50 umweltverträgliche und kostengünstige Alternativen zu den großen Straßenbauvorhaben offiziell eingereicht. Doch einige Länderverwaltungen scheuen Alternativenprüfungen wie der Teufel das Weihwasser“, so Reh. „Von Transparenz und guter Bürgerbeteiligung sind wir ebenfalls noch Lichtjahre entfernt. Hier muss der neue Verkehrsminister Flagge zeigen.“
Nach Ansicht der Verbände müssten die Infrastrukturprojekte, die jetzt von den Bundesländern beim Bundesverkehrsministerium angemeldet worden sind, sachlich und kritisch geprüft werden. Ein Eingriff in unzerschnittene Räume sollte kategorisch ausgeschlossen werden, auch der Beitrag zum Klima- und Lärmschutz müsse geprüft werden. Neubauten von Autobahnen dürften dann in Deutschland kaum mehr eine Chance haben. Stattdessen sollte der Ausbau von hochbelasteten Straßen und Verkehrsknoten erfolgen.
Hans-Christian Friedrichs, Vorsitzender des VCD in Niedersachsen, forderte von der neuen Bundesregierung ein grundlegendes Umdenken in der Verkehrspolitik. „Ein Verkehrswachstum bei Pkw-Fahrten findet seit Jahren schon nicht mehr statt. Hauptverursacher für Staus und Schäden ist der Lkw-Verkehr. Dass der wachsende Güterverkehr aus ökologischer Sicht ein Problem darstellt und nichts mit Wohlstandsmehrung zu tun hat, wird im Koalitionsvertrag leider mit keinem Wort erwähnt.“ Lobenswert sei hingegen die geplante Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Allerdings müsse eine Erhöhung der Mauttarife folgen, um unnötige Transporte einzudämmen. „Das Wort ‚Klimaschutz im Verkehr‘ taucht kein einziges Mal im Koalitionsvertrag auf. Dies lässt leider für die Vorbildrolle Deutschlands im internationalen Klimaschutz nichts Gutes erwarten“, so Friedrich.

Die Streich- und Alternativliste ist hier einsehbar.

Quelle: Verkehr mit Sinn

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Liste ist abstrus

Der VCD-Landesverband Niedersachsen bewertet die gestern an Bundesverkehrsminister Ramsauer übergebene Wunschliste Niedersachsens für neue Fernstraßen als abstrus. „Jetzt hat die Landesregierung beim Straßenbau jedes Maß verloren", kritisiert Hans-Christian Friedrichs vom Verkehrsclub Deutschland.
Im August hatte Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) eine Liste mit 211 Fernstraßenneubauprojekten vorgelegt, die in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden sollten. Inzwischen umfasst die Liste sogar 241 Projekte, wobei einige weggefallen, aber viele hinzugekommen sind. Der VCD betrachtete bereits damals insbesondere die Pläne für parallel zur A 2 verlaufende neue Autobahnen als absurd. „Ein Teilerfolg ist, dass die A 39 von Salzgitter Richtung Weserbergland vom Tisch ist. Ärgerlich ist dagegen, dass Bode an einer Verlängerung der A 27 von Walsrode Richtung Osten festhält und als Neuplanung nun nach Berlin gemeldet hat“, sagt Hans-Christian Friedrichs. Aus Sicht des VCD sind die meisten der 241 geplanten Projekte verzichtbar. „Bode bleibt schuldig, wer seine Fernstraßenträume bezahlen will. Hier werden öffentliche Haushalte offenbar als Selbstbedienungsladen für eine überholte Verkehrspolitik missverstanden.“
Ein herzlicher Glückwunsch geht an die Gemeinden der Landkreise Lüneburg und Harburg sowie an die Bürgerinitiative "UBI 21" aus Luhmühlen, die innerhalb kürzester Zeit mit über 4.000 Unterschriften ein klares Nein zur A 21-Planung von der A 7 Höhe Garlstorf zur A 39 bei Handorf dokumentierte. Der deutliche Widerstand der Region hat gerade angesichts der Landtagswahl am 20. Januar dazu geführt, dass das ungeliebte Projekt A 21-Verlängerung von der Wunschliste gestrichen wurde. Mit den Elbquerungen im Zuge der Küstenautobahn A 20 von Lübeck und der A 21 von Bargteheide nach Niedersachsen, hat das Land aber nach wie vor eine sehr hohe Erwartungshaltung an den Nachbarn Schleswig-Holstein. In Kiel werden diese Projekte weder gewünscht, noch gelten sie insgesamt als finanzierbar. Auch für das 105 Kilometer lange Neubauprojekt A 39 ist laut Bundesverkehrsministerium nahezu kein Geld vorhanden.
"Besonders deutlich wird das Ungleichgewicht zwischen Straßen- und Schienenplanungen in Niedersachsen. Der wichtige zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Rotenburg (Wümme) – Verden (Aller) ist zwar zu begrüßen. Dass jedoch über 90 Prozent der geplanten Projekte die Straße betreffen, Schiene und Wasser sich den Rest teilen dürfen, ist völlig inakzeptabel", so Friedrichs. Der VCD fordert die Landesregierung auf, endlich ökologische und vor allem auch ökonomische Verantwortung zu übernehmen: Überflüssige und unbezahlbare Prestigeprojekte, wie die A 20 und die A 39, müssen analog zur Heide-A 21 endgültig beerdigt werden - gerne auch in aller Stille. Quelle: Pressemitteilung VCD

Freitag, 10. August 2012

Parallelpläne sind absurd

Aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) e.V., der sich Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Bau einer neuen Autobahn, die parallel zur A 2 verläuft, absurd.

Das niedersächsische Verkehrsministerium hatte am Mittwoch angekündigt, Planungen für den Bau einer derartigen Parallelstrecke zur A 2 vorantreiben zu wollen. Der VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming sagte am Donnerstag in Hannover, derartige Überlegungen markierten das Desinteresse an einer zukunftsfähigen Verkehrs- und Wirtschaftspolitik.

Geschenk für die Lkw-Lobby?

Die Autobahn soll laut Verkehrsministerium eine Alternative zur chronisch überlasteten Ost-West-Autobahn werden. Frömming fragte, wer diese Autobahn denn bezahlen solle, es sei sinnvoller durch Erhöhung der Lkw-Maut den Schwerlastverkehr zu reduzieren. "Die Zeit für Geschenke vor allem an die Lobby der Lkw-Speditionen ist mit Blick auf knappe Kassen doch längst vorbei", so der VCD-Landesvorsitzende.

Umsetzung noch unklar

Die Autobahn könnte als Verlängerung der A 39 von Salzgitter über Holzminden in Richtung der A 44 nach Nordrhein-Westfalen (NRW) verlaufen. Die Strecke gehört zu den niedersächsischen Projekten für den neuen Bundesverkehrswegeplan, der 2015 vorgelegt werden soll. Ob das Projekt dann tatsächlich umgesetzt wird, ist noch nicht klar. Niedersachsen will die Liste mit 211 Einzelprojekten im Sommer 2013 nach Berlin melden, zuvor wird sie im Herbst noch auf Regionalkonferenzen beraten.

Weitere Projekte auf der Liste

Ebenfalls zur Entlastung der A 2 wird unter anderem ein Weiterbau der A 27 von Bremen über Walsrode hinaus Richtung Osten, ein Ausbau der Bundesstraße 188 von Wolfsburg in Richtung Berlin sowie der B 65 von Hannover Richtung Minden und Osnabrück angeregt. Weitere Wünsche des Landes sind die Küstenautobahn A 20, die Verbindung von Lüneburg nach Wolfsburg und der durchgehend sechsspurige Ausbau der A 7 von Hamburg Richtung Göttingen.

Verkehr stark zugenommen

Die in den 1930er-Jahren gebaute A 2 ist 486 Kilometer lang und gehört zu Deutschlands meistbefahrenen Autobahnen. Sie führt von Oberhausen (NRW) über Westfalen und Niedersachsen nach Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Berlin. Durch die deutsche Wiedervereinigung hat der Verkehr auf der A 2 enorm zugenommen. An Spitzentagen sind über 100.000 Fahrzeuge in Ballungsräumen unterwegs, knapp ein Viertel davon sind Lastwagen. Quelle: NDR

Dienstag, 24. Juli 2012

Mehr Kostengerechtigkeit

Die Ausdehnung der Lkw-Maut auf vierspurige Bundesstraßen mit Autobahnanschluss ab dem 1. August 2012 begrüßt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) als einen wichtigen Schritt für mehr Kostengerechtigkeit bei den Verkehrsträgern. „Ziel einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik muss sein, den Lkw-Verkehr deutlich zu reduzieren anstatt das aktuelle Wachstum noch zu beschleunigen!“, so Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender VCD-Landesvorsitzender in Niedersachsen.

Nach dem Wegekostengutachten 2007 des Bundesverkehrsministeriums müsste die Maut auf Bundesstraßen eigentlich bereits durchschnittlich 32 Cent/Kilometer betragen, wenn man alle externen Kosten des Lkw-Verkehrs gerechterweise berechnen würde. Der heutige Satz liegt mit 16,3 Cent/km deutlich unter diesem sinnvollen Wert und animiert nicht dazu, Transporte zu vermeiden oder auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. „Stattdessen sollen zusätzliche Fernstraßen und Lkw-Parkplätze an Autobahnraststätten subventioniert werden. Das ist kontraproduktiv für eine zukunftsgerechte Standortpolitik, die heute eigentlich mehr Investitionen in das Schienennetz erforderlich macht“, so Friedrichs.
Die Lkw-Maut auf vierspurigen Bundesstraßen kann genau wie die Sperrung von Bundesstraßen für den schweren Transit-Lkw-Verkehr nur ein Zwischenschritt sein. Eine Ausdehnung der Lkw-Maut auf alle Straßen und Transportergrößen wäre eine notwendige Maßnahme für eine nachhaltigere Verkehrspolitik. Perspektivisch sollte die Lkw-Maut – wie in der Schweiz bereits praktiziert – basierend auf einem differenzierten Tarifsystem als Lenkungsinstrument auf 45 Cent/km steigen, um mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern.
Gleichzeitig darf die Politik nicht tatenlos zusehen, wie in Niedersachsen ganze Güterbahnhöfe vom Schienennetz abgetrennt werden. Aktuell plant die Deutsche Bahn AG beispielsweise, den derzeit nicht betriebenen Güterbahnhof Seesen im Harz komplett von den Schienen abzukoppeln. „Trotz aller Sonntagsreden: der Straßengüterverkehr wird weiter künstlich aufgepäppelt, während die Schieneninfrastruktur Stück für Stück demontiert wird“, bedauert Friedrichs. Quelle: Pressemitteilung VCD Niedersachsen

Mittwoch, 16. Mai 2012

Ende der A 39 eingeläutet?

Am gestrigen Montag nahmen Verkehrsminister Jörg Bode und Staatssekretär Enak Ferlemann den ersten Spatenstich für die Ortsumfahrung Kirchwehe bei Uelzen im Zuge der B 4 vor. „Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die A 39 immer unrealistischer wird und ohnehin nicht die gewünschte Entlastungswirkung hätte“, so Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender Vorsitzender des VCD-Landesverbandes Niedersachsen.
Noch vor wenigen Tagen erklärte Bode auf Anfrage der Landes-Grünen, dass eine Neuberechnung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses (NKV) der A 39 nicht notwendig sei. „Wir sehen das ganz anders. Mit der Kostensteigerung von 608 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro wird die Straße um mehr als 80 Prozent teurer. Wenn Bode jetzt etwas nebulös angibt, dass auch die Nutzen stiftenden Werte ebenfalls um bis zu 20 Prozent gestiegen seien, dann ergibt sich daraus nach Berechnungen des VCD auch ein Einbruch der rechnerische Wirtschaftlichkeit (NKV) von 2,78 auf nur noch maximal 1,84. Damit dürfe die A 39 in der Prioritätenliste für Fernstraßenneubau sehr tief gefallen sein“, erklärt Friedrichs. Der VCD geht davon aus, dass sich die Planungs- und Baukosten für das Projekt in Zukunft noch weiter drastisch erhöhen werden.

Für den Bau der A 39 steht abgesehen vom Umbau der Lüneburger Ostumfahrung zur A 39 kein Geld im Investitionsrahmenplan des Bundes zur Verfügung. „Wir gehen davon aus, dass Hern Bode mit dem A 39-Märchen nicht länger punkten kann und inzwischen reale Projekte vorzieht. Ob ihm sein Kollege Enak Ferlemann allerdings eine große Hilfe war, als er erklärte, die Ortsumfahrung Kirchweyhe solle als Umleitungsstrecke für die A 39 dienen, bleibt abzuwarten“, so Friedrichs.

Der VCD setzt sich auch für eine Entlastung der anderen Ortschaften an der B 4 ein und fordert die Landesregierung auf, alles Notwendige zu unternehmen, das Durchfahrtverbot für schwere Transit-Lkw auf der B 4 besser zu überwachen, das Bußgeld von nur 20 Euro deutlich zu erhöhen und die Nahbereichsregelung für Uelzen zu streichen. Der Mautausweichverkehr sollte zudem durch Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz dauerhaft aus der Region verbannt werden. „Entscheidend ist auch, die Entlastung der Anwohner an der B 4 durch Verlagerung von Güterfernverkehr von der Straße auf die Schiene und den Elbe-Seitenkanal zu unterstützen. Ein Logistiker, der auch auf der B 4 eine Maut zu zahlen hat, nutzt entweder andere Verkehrsträger oder bestehende Autobahnen“, so Friedrichs abschließend. Quelle: Pressemitteilung VCD Niedersachsen

Mittwoch, 9. Mai 2012

Lobbyarbeit kanalisiert

Am vergangenen Sonnabend wurde in Würzburg das "Bundesnetzwerk Verkehr mit Sinn" gegründet. Ziel des neuen Bündnisses ist laut einer Pressemitteilung, die Interessen von zunächst über 200 Bürgerinitiativen, Dachverbänden und Umweltverbänden gegenüber der Bundesregierung zu kanalisieren.
Besonderes Augenmerk lege die Vereinigung auf eine Reform des Bundesverkehrswegeplans. Dieser sei für Jahrzehnte überzeichnet und die Projekte hätten kaum Aussicht, realisiert zu werden. Ökologisch und ökonomisch unsinnige Projekte sollen sofort gestrichen werden, fordert das Bündnis.

Auch das wachsende Problem der Mautausweichverkehre wird thematisiert. Das Bundesnetzwerk fordert hier eine Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz und eine Erhöhung auf 45 Cent pro Kilometer sowie weitere Sperrungen von Bundesstraßen für den schweren Lkw-Transit-Verkehr als entlastende Sofortmaßnahme. "Inzwischen sind schon zahlreiche weitere Anfragen von regional tätigen Organisationen eingegangen, die sich bei uns engagieren wollen", erklärt Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender Landesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Niedersachsen und Sprecher des Bündnisses. "Das ist ein deutliches Zeichen für die hohe Unzufriedenheit über die einseitige Straßenbaupolitik im Bund und Land."

Der VCD-Landesverband Niedersachsen ist Gründungsmitglied und will sich in der neuen Organisation insbesondere für eine sinnvolle Mobilität statt teurer Autobahnneubauten einsetzen. „Gerade in Niedersachsen besteht mit den Projekten A 20 und A 39 deutlicher Handlungsbedarf, die Vorzeigeprojekte für Steuerverschwendung zu stoppen und endlich zugunsten der Schiene umzusteuern“, betont Friedrichs. Quelle: Deutsche Logistik-Zeitung

Mittwoch, 18. April 2012

Pleiteerklärung akzeptiert!

Der VCD hält das Eingeständnis der Kostenexplosion bei der A 39 für eine Bankrotterklärung. Es wirke grotesk, das Okay für den Ausbau der Lüneburger Ostumfahrung als Meilenstein zu bejubeln und gleichzeitig zugeben zu müssen, dass für den Rest der 105 km langen Autobahnplanung die Kosten explodieren.
Verkehrsminister Bode spricht in einer Pressemitteilung beim „Gesehen-Vermerk“ des Bundesverkehrsministeriums für den ersten Bauabschnitt der A 39 von „weiterem Meilenstein für den Bau der A 39“, räumt aber gleichzeitig eine Kostenexplosion auf inzwischen 1,1 Mrd. Euro für den Bau der gesamten Strecke ein. Der VCD hält dieses Eingeständnis für eine Bankrotterklärung. „Es wirkt schon grotesk, das Okay für den Ausbau der Lüneburger Ostumfahrung als Meilenstein zu bejubeln und gleichzeitig zugeben zu müssen, dass für den Rest der 105 km langen Autobahnplanung die Kosten explodieren, wo doch keinerlei Finanzmittel zur Verfügung stehen“, so Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender VCD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. „Gut anderthalb Jahre hat es gedauert, bis Herr Bode unseren Forderungen nach einer aktualisierten Kostenkalkulation nachgekommen ist“, stellt Hans-Christian Friedrichs fest. Im Oktober 2010 monierte der VCD die enorme Kostensteigerung beim Umbau des Autobahndreiecks Braunschweig-Südwest im Zuge der dortigen A 39. Der VCD prognostizierte daraufhin für die geplante Autobahn von Lüneburg nach Wolfsburg eine Kostensteigerung auf mindestens eine Milliarde Euro.

Die Entscheidung, die A 7 auch südlich von Soltau komplett sechsspurig auszubauen, entzieht der Transitautobahn 39 nun auch die Daseinsberechtigung als Entlastungsstrecke für die A 7. Hinzu kommt die nicht vorhandene Finanzierung der geplanten 105 Kilometer langen Autobahn. Lediglich 137 Millionen Euro für die Aufwertung der Lüneburger Ostumfahrung ohne irgendeinen verkehrlichen Nutzen sind verglichen mit den aktuell genannten 1,1 Milliarden Euro ein Tropfen auf den heißen Stein. „Mit der Kostenexplosion bricht jede Wirtschaftlichkeitsberechnung für die A 39 in sich zusammen. Die 2003 schöngerechnete Position im Bundesverkehrswegeplan ist damit hinfällig“, so Friedrichs.
„Wir danken Herrn Bode für die überfällige Nachkalkulation, erachten seine Veröffentlichung aber gleichzeitig als Bankrotterklärung. Zwischen den Zeilen kann nun jeder lesen, dass dieses Projekt schlicht nicht finanzierbar ist und dass man sich darauf einstellen muss, dass die A 39 nicht gebaut werden kann“, so Friedrichs abschließend.

Der VCD fordert nun die Landesregierung auf, schleunigst Konsequenzen aus den späten Eingeständnissen zu ziehen, die weiteren Planungen für die A 39 zu stoppen und die Strecke aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Quelle: Pressemitteilung VCD Niedersachsen

Montag, 28. März 2011

Auswirkungen auch hier?

„An den Wahlergebnissen im Südwesten kann auch die schwarz-gelbe Landesregierung in Niedersachsen nicht vorbei. Heftig umstrittene und von vielen Menschen kritisierte Vorhaben wie Y-Trasse und Monstertrucks stehen nun hoffentlich vor dem endgültigen Aus!“, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Die Milliarden-Subventionen in Prestigeprojekte, wie die Bahn-Hochgeschwindigkeitstrasse von Hamburg und Bremen nach Hannover, aber auch in die umstrittenen neuen Autobahnen A 20 „Küstenautobahn“ und A 39 Lüneburg – Wolfsburg, können nach Auffassung des VCD gerade nach der Baden-Württemberg-Wahl nicht mit in einer „Weiter-So“-Politik vorangetrieben werden. „Bemerkenswert ist doch, dass mit Stuttgart21 ein Verkehrsprojekt einen wesentlichen Beitrag zum Verlust der CDU/FDP-Landesmehrheit in Stuttgart geführt hat. Stuttgart21 und die Y-Trasse verbinden Milliarden-Subventionen mit spärlichen verkehrlichen Effekten. Die Menschen wollen, dass ihre Steuergelder in sinnvollere, glaubwürdige Projekte, etwa in den Ausbau des Schienennahverkehrs, investiert werden!“, so Frömming.
„Insbesondere bei der Förderung des Schwerlastverkehrs auf der Straße steht Niedersachsen nun fast alleine da“, so Frömming. Mit Baden-Württemberg sei dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium ein treuer Bündnispartner verloren gegangen. Bislang versuchten vor allem die Landesregierungen in Hannover und Stuttgart gegen die Mehrheit der Bundesländer, überlange Lkw auf deutschen Straßen zu etablieren und somit die Konkurrenz zulasten der umweltfreundlichen Schiene zu verschärfen. Quelle: VCD-Landesverband Niedersachsen


Kommentar der Redaktion:
Man kann die Wahlergebnisse auch anders interpretieren: Wenn die Grünen im Südwesten auch nur einen Rest ihrer verkehrspolitischen Programmatik behalten haben, dann wird der Ruf nach Großprojekten aus dem Süden leiser werden. Das heißt, auch der Ruf nach Bundesmitteln für z. B. den Bundesfernstraßenbau wird nicht mehr so laut sein. Das gäbe den Akteuren der Niedersächsischen Beton-Fraktionen mehr Gewicht im Ringen um Projekte und Milliarden. Die Wahrscheinlichkeiten der Umsetzung von A 39 & Co. könnten somit sogar steigen.

Dienstag, 17. April 2007

VCD: „Null-Variante ist die beste Variante!“

Erörterungstermin zur A 39 Lüneburg - Wolfsburg

Verkehrspolitik besser auf parallele Schienenprojekte konzentrieren
Lüneburg/Celle. „Die weitere Planung für die umstrittene Autobahn A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg muss vom Tisch! Die Null-Variante ist noch immer die beste A 39-Variante“, erklärt Hans-Christian Friedrichs, Landesvorstandsmitglied des Verkehrsclub Deutschland. Anlässlich der an diesem Donnerstag und Freitag in Uelzen stattfindenden Erörterung für die A 39 bemängelt der VCD den Willen der Landesregierung, eine zukunftsfähige Verkehrspolitik in Niedersachsen zu erkennen und umzusetzen.

„Neue Autobahnen entsprechen nicht mehr den Erfordernissen einer modernen und intelligenten Verkehrspolitik!“, so Friedrichs. Im Personenverkehr habe es nach VCD-Angaben selbst in Niedersachsen in den vergangenen zehn Jahren einen Zuwachs von 40 Prozent mehr Fahrgästen in Bussen und Bahnen gegeben. Angesichts der aktuellen Klimaentwicklungen wollen immer mehr Menschen umweltfreundliche Mobilitätsangebote nutzen. „Gerade parallel zur A 39 gibt es noch erhebliche Defizite im Öffentlichen Nahverkehr, etwa auf den Zweigstrecken von Uelzen nach Braunschweig, von Lüneburg nach Soltau oder in Sachsen-Anhalt auf der derzeit sogar nicht betriebenen Bahnlinie von Salzwedel nach Oebisfelde/Wolfsburg!“, so Friedrichs.

Um endlich mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen, fordert der VCD die Landesregierung in Hannover auf, sich für eine schrittweise Erhöhung der Autobahn-Maut auszusprechen und diese auf das ganze Straßennetz auszudehnen. Das selbst von der Bundesregierung kritisierte ‚Gigaliner’-Projekt für längere Lkw mit höheren Ladevolumina in Niedersachsen, müsse zudem umgehend beendet werden. „Eine gute und vorsorgende Verkehrspolitik muss Sorge dazu tragen, den Lkw-Verkehr auf ein erträgliches Maß zu minimieren und gleichzeitig Alternativen auf den Weg zu bringen. Sowohl von der Erkenntnis, als auch vom Willen ist die Landesregierung noch meilenweit entfernt“, so Friedrichs.

Rückfragen:
Hans-Christian Friedrichs, Infos: www.vcd.org/nds

Sonntag, 25. März 2007

VCD: Gigaliner sofort runter von der Straße

VCD-Landesversammlung in Lüneburg fordert:

Gigaliner sofort runter von der Straße!


Land soll ausreichend Gelder
für Nahverkehr zur Verfügung stellen

Lüneburg. Auf seiner diesjährigen Jahreshauptversamm­lung in Lüneburg hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, die Landesregierung in einer Resolution aufgefordert, den Probeeinsatz von ‚Gigalinern’ umgehend zu beenden. Die überlangen Lkw sorgen für eine Verlagerung von Transporten von der Schiene auf die Straße, sind zu gefährlich und passen wegen ihrer Fahrzeuggeometrie nicht auf das Straßennetz.

Zusammen mit dem ‚Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A 39’ forderte der VCD an diesem Wochenende die Landesregierung ebenso auf, die weitere Planung für Autobahnen zu beenden. „Neue Fernstraßen und Klimaschutz passen nicht zusammen!“, so Michael Frömming, VCD-Landesvorsitzender. „Das Land benötigt eine Kehrtwende zu einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik, die vor allem den umweltfreundlichen Schienenverkehr fördert!“ Die VCD-Jahreshauptversammlung bedauerte in diesem Zusammen­hang, dass die Landesregierung um Ministerpräsident Wulff keine ausreichenden Mittel für den Nahverkehr zur Verfügung stellt. Entsprechend stehen derzeit zahlreiche Bahnver­bindungen landesweit vor dem Aus, obwohl mehr als 40 Prozent mehr Fahrgäste heute mehr mit der Bahn fahren als vor zehn Jahren.

Zu ihrem Vorsitzenden wählten die VCD-Mitglieder Michael Frömming aus Rotenburg (Wümme), zu seinen Stellvertretern Roland Sellien (Braunschweig) und Martin Mützel (Göttingen). Dem erweiterten Vorstand gehören ferner folgende Personen an: Martin Zimmermann (Wolfenbüttel), Harald Walsberg (Braunschweig), Wilfried Jankowski (Oldenburg), Wolfgang Konukiewitz (Nordsode), Burkhard Rehage (Worpswede), Hans-Christian Friedrichs (Lüneburg).

Die Resolution zu den Gigalinern im Wortlaut:
Die Jahreshauptversammlung des VCD-Landesverbandes Niedersachsen 2007 fordert die Niedersächsische Landes­regierung auf, den Probeeinsatz von ‚Gigalinern‘ umgehend einzustellen.

Ebenso wie der Deutsche Städtetag stellt der VCD fest, dass ‚Gigaliner‘ aufgrund ihrer Fahrzeuggeometrie für den städtischen Straßenverkehr nicht geeignet sind (z.B. in Kreisverkehren). Der VCD teilt die Auffassung der Bundes­anstalt für Straßenwesen (BASt), wonach deutsche Brücken, Tunnel und Leitplanken nicht für solche Fahrzeuge ausgelegt sind. Der VCD schließt sich auch der Meinung der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin an, die ‚Gigaliner‘ für gefährlich bei Unfällen halten. Letztendlich widersprechen ‚Gigaliner‘ der Partei übergreifenden Forderung nach Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene. Durch das größere Ladevolumen ergeben sich für das Lkw-Gewerbe weitere Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Schienenverkehr.

Quelle:  VCD-Landesverband Niedersachsen
Pressemitteilung 7/2007

Freitag, 8. Dezember 2006

VCD: „Land streicht Pendlern und Urlaubern Züge!“


Fahrplanwechsel bei der Bahn in Niedersachsen

Derzeit kein Einlenken der Landesregierung in Sicht
VCD-Landesverband Niedersachsen
Pressemitteilung 33/2006

Hannover. An diesem Sonntag tritt der neue Bahn-Fahrplan in Niedersachsen in Kraft. Damit verbunden sind teilweise heftige Einschnitte in den Pendler- und Berufsverkehr, erklärt der Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Vor allem in der Region Braunschweig sind Pendler und Touristen von den Sparmaßnahmen des Landes erheblich betroffen,", erklärt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. Auf den Strecken von Braunschweig nach Wolfsburg, Hildesheim, Magdeburg sowie im Harz fällt teilweise jeder zweite Zug weg. "Neben Berufspendlern ist vor allem die Tourismusregion Harz besonders schlimm dran!", so Frömming. Positive Veränderungen erkennt der VCD in einzelnen verbesserten Fahrplänen, beispielsweise der Eurobahn von Hildesheim über Hameln nach Löhne oder der verbesserten Verbindung von Leer in niederländische Groningen. Die Einrichtung eines neuen Zughaltes in Wüsting bei Oldenburg sei zwar zu begrüßen. Angesichts einer großen Zahl von immer noch stillgelegten wichtigen Bahnlinien und Stationen sei das nur ein "Tropfen auf den heißen Stein"

Schuld an den Kürzungen im Nahverkehr ist die Weigerung der niedersächsischen Landesregierung, die vom Bund gekürzten 284 Mio. Euro Zuwendungen bis zum Jahr 2010 durch Landesmittel auszugleichen. In einem Bundesratskompromiss vom Sommer 2006 hatten die Länder unter anderem wegen des Fortfalls der Nahverkehrszuschüsse eine höhere Beteiligung an den Mehrwertsteuern ab dem 1. Januar 2007 zugesagt bekommen. Niedersachsen erhält somit jährlich rund 600 Mio. Euro zusätzlicher Mittel vom Bund. "Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sieht der umweltfreundliche Nahverkehr in Niedersachsen davon keinen Cent. Ganz im Gegenteil: In Niedersachsen hat die CDU zusammen mit der FDP gerade beschlossen, sogar noch zusätzliche Mittel in den Landesstraßenbau zu geben. Anders läuft es etwa in Baden-Württemberg. Dort hat die Landesregierung eine Umschichtung vom Straßen- in den Nahverkehrsetat vorgenommen!", so Frömming.

Neben den Kürzungen im Großraum Braunschweig fallen in den anderen Landesteilen zunächst "nur" einzelne Züge weg. Der VCD befürchtet, dass schon im kommenden Jahr weitere Streichungen landesweit zu befürchten sind, sollte die Landesregierung nicht endlich von ihrem "Nahverkehrsabbau-Kurs" Abstand nehmen. Zusammen mit Umwelt- und Sozialverbänden sowie mit den Gewerkschaften verdi und TRANSNET hat der VCD unlängst das "Verkehrsbündnis Niedersachsen" ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Bevölkerung auf die Eingriffe der Landesregierung in den kommenden Monaten verstärkt zu sensibilisieren. Insgesamt vertritt das Bündnis rund 300.000 Menschen in Niedersachsen. "Wir wollen, dass die jetzt wegfallenden Züge so schnell wie möglich wieder auf die Schienenkommen, damit der Bevölkerung auch in Niedersachsen ein dauerhaftes sozial- und umweltverträgliches Verkehrssystem zur Verfügung steht", so Frömming.
Infos: www.vcd.org; www.vcd.org/nds

Sonntag, 29. Oktober 2006

VCD: „Merkwürdige Prioritäten!“


„Investitionsrahmenplan“ für Verkehrsprojekte in Norddeutschland


Scharfe Kritik an Einzelprojekten
VCD-Landesverband Niedersachsen
Pressemitteilung 28/2006

Hannover. Der in der vergangenen Woche vorgestellte „Investitionsrahmenplan“ für Verkehrsprojekte in Nord­deutschland stößt teilweise auf heftige Kritik des Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Aus fachlicher Sicht wundern wir uns schon, welche merkwürdigen Projekte der Bund plötzlich wieder auf die Tagesordnung der Politik gesetzt hat“, erklärt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming. Neben viel zu hohen Investitionen in den Straßenbau stößt sich der VCD vor allem am Festhalten an der heftig umstrittenen Y-Trasse, der Bahnhochgeschwindigkeits­trasse von Hamburg und Bremen nach Hannover.
„Obwohl fast alle Fachleute seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholen, dass die Y-Trasse keinen Sinn für die Hafenanbindungen macht und stattdessen mit weitaus weniger Ausbau-Investitionen mehr Kapazitäten für den Bahnverkehr geschaffen werden, hält der Bund an der Strecke fest. Unglaublich, wie leichtfertig rund 1,3 Milliarden Euro Steuergelder geopfert werden sollen!“, beklagt Frömming. Auch die geplanten 1,6 Milliarden Euro für den Straßenverkehr stoßen auf Ablehnung des VCD. „Sonntags predigen Politiker angesichts der Klimaveränderungen die Verkehrswende zugunsten der Bahn, ab Montags wird im Parlament das Gegenteil pro Straße beschlossen!“

Ungereimtheiten stellt der VCD auch in der Lüneburger Heide fest. „Während Bund und Land einerseits durch die Kürzungen der sogenannten Regionalisierungsmittel für den Nahverkehr Stilllegungsdebatten unter anderem zwischen Bremen und Uelzen verursachen, soll andererseits die gleiche Linie für einige Güterzüge nun elektrifiziert werden“, wundert sich Frömming. „Da passt das eine nicht zum anderen in den Planungen des Bundes und des Landes!“

Der VCD begrüßte schon vor 15 Jahren die für 1992 vom Bund und Land angekündigte Elektrifizierung dieser Bahnstrecke als einen wichtigen Schritt neben dem Güter- auch für den Personenverkehr. „Dass seit 15 Jahren an dieser Strecke jedoch nichts geschehen ist, verdeutlich die Halbwertzeit so mancher aktueller Planungen. Zeit, die wir weiter nutzen werden, um vor allem den Ausbau- und die Modernisierung des bestehenden Bahnnetzes in Niedersachsen einzufordern. Immerhin fahren heute 40 Prozent mehr Menschen mit Regionalzügen als noch vor zehn Jahren. Entsprechend muss also der regionale Schienenverkehr endlich auf Top 1 der Prioritäten gesetzt werden,“ so Frömming.

Infos: www.vcd.org; www.vcd.org/nds

Dienstag, 11. Juli 2006

VCD: GigaLiner ist GigaQuatsch!

Innovative Konzepte zur Lkw-Reduzierung eingefordert
VCD: 'GigaLiner ist GigaQuatsch!'
Appell an Politik zur Sicherung
der Schieneninfrastruktur bei DB-Börsengang
VCD-Landesverband Niedersachsen
Pressemitteilung 20/2006


Hannover. "Der GigaLiner ist GigaQutasch!“, so das Urteil des Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu dem neuem Schwerlast-Pilotprojekt der niedersächsischen Landes­regierung. Wirtschaftsminister Hirche hat bereits als erstes Bundesland Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz deutlich längerer Lastkraftwagen erteilt, um zusätzlichen Frachtaufkommen auf der Straße zu begegnen.

„Größere Ladevolumina der 25 Meter-Lkw können vielleicht kurzfristig mit neuen Antriebstechnologien einen gewissen Beitrag zu weniger Emissionen darstellen; der Gesamtproblematik des ausufernden Schwerlastverkehrs wird damit nicht geholfen. Das Projekt ist eine falsche Weichenstellung!“, kritisiert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming in Hannover. Der VCD fordert das Land auf, endlich für Rahmenbedingungen zu sorgen, die eine Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene ermöglichen. „Bis zum Jahr 2010 erwarten wir im Vergleich zu 1990 fast eine Verdoppelung des Straßengüterverkehrs. Die Zunahme des Lkw-Verkehrs hebt Verbesserungen durch leisere und sparsamere Motoren wieder auf, da helfen auch ‚GigaLiner‘ nicht", ist sich Frömming sicher.

Nach Auffassung des VCD hat der Lkw-Verkehr die Grenzen der Belastbarkeit von Mensch und Umwelt schon lange weit überschritten. „Die Lösung heißt: Vermeidung unsinniger Transporte, Verkürzung der Transportwege, mehr Güter auf die Schiene!“, so Frömming. „Der 'GigaLiner' ist hinsichtlich einer weitsichtigen Verkehrspolitik schlicht GigaQuatsch! Das Land sollte sich besser innovativen Logistik-Konzepten auf der umweltfreundlichen Schiene zuwenden und sich auf Bundesebene für eine Erhöhung der Lkw-Maut einsetzen.“

An die Bundespolitik richtet der VCD den Appell, beim geplanten Börsengang der Deutschen Bahn AG dafür Sorge zu tragen, dass die Schieneninfrastruktur im Eigentum des Bundes verbleibt. Nur so könne sichergestellt werden, dass für künftige Güterverkehre auch genügend Gleistrassen zur Verfügung stehen. In der Vergangenheit hatte die Deutsche Bahn AG nach Auffassung des VCD mit maßlosen Gleisrückbaumaßnahmen auch in Niedersachsen dafür gesorgt, dass zusätzliche Güterverkehre auf der Schiene immer schwerer durchzuführen seien.
Infos: www.vcd.org; www.vcd.org/nds