Samstag, 21. Juli 2012

A 39 dichter an Glüsingen

Eine Libelle sorgt dafür, dass die geplante Trasse der A 39 bei Glüsingen um etwa 100 Meter verschoben werden muss – nach Osten, dichter an den Ort heran.
Des einen Freud, des anderen Leid: Von der Siedlung Hahnenberg rückt die Trasse dafür um rund 100 Meter weiter weg. Die Autobahn-Planer aus Lüneburg verkündeten die Änderung gestern bei einer nichtöffentlichen Arbeitskreis-Sitzung in Wittingen, an der Vertreter der Landkreise Uelzen und Gifhorn, der Stadt Wittingen sowie der betroffenen Fachbehörden und Verbände teilnahmen.

Auslöser der Trassen-Verschiebung ist die Vogel-Azurjungfer. Die vom Aussterben bedrohte Libellenart steht durch die FFH-Richtlinie der EU unter besonderem Schutz – und war bei Kartierungen im Ziegeleigraben südlich von Wollerstorf entdeckt worden. Für die Planer war das Anlass, vier alternative Varianten in dem betreffenden Bereich zu untersuchen. Ergebnis: Die geplante Fahrbahn rückt um 100 Meter nach Osten. Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder, der an der Arbeitskreis-Sitzung teilnahm, sagte gestern, die neue Sachlage müsse nun in den zuständigen Gremien der Stadt diskutiert werden. Dann werde man sehen, ob die Stadt dazu noch eine Stellungnahme abgeben will. Als „erstaunlich“ werte er die Aussage der Planer, dass in dem Bereich nach wie vor kein aktiver Lärmschutz – also keine Lärmschutzwände – als notwendig erachtet werde. Quelle: Allgemeine Zeitung

Kritik an A 39-Verlegung

Die Tappenbecker ärgern sich: Die Trassenplanung für die A 39 bei Wittingen wird umgestoßen – wegen einer seltenen Libellenart.
„Das kann doch nicht sein“, kommentiert Tappenbecks Bürgermeister Niklas Herbermann die Nachricht von der Trassenverlegung aufgebracht. „Es ist, wie wir befürchtet haben: Man nimmt anscheinend mehr Rücksicht auf Libellen oder Hirschkäfer als auf die Menschen.“

Auf 1,5 bis 2 Millionen Euro beziffert Dirk Möller, Sprecher der Lüneburger Abteilung der Landesbehörde für Straßenbau, die Mehrkosten für die gestern bekannt gewordene Verschiebung der geplanten A39-Trasse bei Wollerstorf und Glüsingen. 100 Meter weiter östlich soll die Fahrbahn jetzt verlaufen – bei Kartierungen der Tierwelt war man auf eine streng geschützte Libellenart gestoßen: die Vogel-Azurjungfer.
Das wäre fast der Betrag, der den Tappenbecker fehlt, um ihr der A39-Fortführung zum Opfer fallendes Sportzentrum neu errichten zu können. Der Bund will nur den Zeitwert erstatten – zu wenig für einen Neubau.

Deutlich wird Reinhold Wrieske, Vorsitzender der Tappenbecker Kyffhäuser, die ihren Schießstand am Sportplatz haben: „Das ist schon erstaunlich. Hier macht man den Sport platt, dort investiert man Millionen für eine Libelle.“ Sportvereinvorsitzender Jens Melahn spricht von „einem gewissen Sarkasmus“, den die Nachricht auslöse.

Der Bürgermeister sagt: „Nicht, dass man mich falsch versteht – ich begrüße Naturschutzmaßnahmen“. Doch müsse auch das Schutzgut Mensch angemessene Berücksichtigung finden. Herbermann setzt nach: Auch eine Verlegung der Trasse vom Ortsrand um den Sportplatz herum sei von den Planern abgelehnt worden –aus Kostengründen. „Da fehlen doch die Relationen.“

Er gibt ein weiteres Beispiel: „Es kann nicht sein, dass überall Brücken für Tiere über Autobahnen gebaut werden, und wir um einen dringend benötigten kleinen Durchlass für Fußgänger und die vielen Fahrradfahrer in Richtung VW-Werk betteln mussten. Manchmal scheint der Mensch nur zweitrangig zu sein.“ Quelle: Braunschweiger Zeitung

1000 Einwände gegen A 39

Privatpersonen und regionale Bürgerinitiativen für Umweltschutz legen Protest im Planfeststellungsverfahren der Landesbehörde für Straßenbau ein.
Einzelpersonen und Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Anliegergemeinden haben etwa 1000 Einwendungen gegen den Lüneburger Abschnitt der geplanten Autobahn 39 erhoben. "Inhaltlich geht es dabei einerseits um Lärm und Abgase, die nach dem Ausbau der Lüneburger Ostumgehung zu einer Autobahn erwartet werden", sagt Eckehard Niemann von der Regionalgruppe des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz. "Im laufenden Planfeststellungsverfahren gibt es andererseits Einwendungen, die den gesamten Bau der A 39 in Frage stellen." "Ich bin überzeugt, dass wir A 39-Gegner die ohnehin nicht finanzierbare Autobahn zusätzlich durch Klagen verhindern werden", sagt Günter Schäfers, Regionalsprecher der Bürgerinitiativen zum Umweltschutz in der Ostheide. Die protestierenden Verbände kritisieren, das "Schutzgut Mensch" werde bei der Abwägung zwischen möglichen Trassenverläufen, die mit "willkürlichen Methoden" vorgenommen worden sein, zu niedrig bewertet.

Ein weiteres wichtiges Schutzgut, die Natur, werde ebenfalls zu sehr verletzt. So seien in den bisherigen Planungen die vom Bundesumweltministerium gestellten Mindestanforderungen für FFH- und Vogelschutzgebiete wie Ilmenau und Ostheide nicht erfüllt. "Das Zerschneiden von Wegen und Lebensräumen seltener Arten wie Ortolan, Wachtelkönig, Fledermäusen, Rothirsch, Wolf, Biber oder Otter ist nicht ausgleichbar", sagt Diplom-Agraringenieur Niemann, der sich in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft auch gegen Massentierhaltung in der Region engagiert.

Eine lokal organisierte Produktion von Nahrungsmitteln dürfte viele Transporte auf den Straßen überflüssig machen. Ebenso bewirken der demografische Wandel und die noch zu erwartenden Ölpreissteigerungen laut Niemann, dass sich der so genannte Individualverkehr verringere. "Die offizielle Prognose über den zukünftigen Verkehr auf der A 39 liegt viel zu hoch", sagt er. "Das zeigt sich schon jetzt an rückläufigen Zahlen auf der B 4." Die bisherige Hauptverbindung zwischen Lüneburg und Uelzen könne ausgebaut werden und die neu zu errichtende Autobahn überflüssig machen.

Wie berichtet, finden die Pläne für einen Autobahnbau zwischen der Anschlussstelle Lüneburg-Nord und Wolfsburg in der B 4-Anliegergemeinde Melbeck dagegen viel Unterstützung. Der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt dürfte sich laut Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr durch die A 39 von 18 300 Fahrzeugen 2005 auf 13 400 im Jahr 2025 verringern. Quelle: Hamburger Abendblatt

Mittwoch, 18. Juli 2012

Libelle führt zu Verschwenkung

Die Trasse der geplanten Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg wird sich im Grenzbereich der Landkreise Uelzen und Gifhorn leicht nach Osten verschieben.
Grund ist der Schutz einer seltenen und besonders geschützten Libellenart. Dieses Zwischenergebnis der laufenden Planungen stellte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Mittwoch während einer Arbeitskreis-Sitzung in Wittingen den Vertretern der Landkreise Uelzen und Gifhorn, der Stadt Wittingen, der betroffenen Gemeinden, Fachbehörden und Verbände vor.

Im Zuge von Kartierungen der Tierwelt war im Ziegeleigraben südlich von Wollerstorf die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Vogel-Azurjungfer entdeckt worden; diese Libellenart ist durch die FFH-Richtlinie der Europäischen Union besonders geschützt. Dieses Vorkommen war Anlass für eine Untersuchung vier alternativer Trassenvarianten der A 39 in den betroffenen Planungsabschnitten 5 und 6.

Als Ergebnis dieser abschnittsübergreifenden Variantenuntersuchung soll nun die Trasse der Autobahn 39 im Bereich Glüsingen und südlich Wollerstorfs um bis zu 100 Meter nach Osten verlegt werden. Diese Variante hat sich nach Behördenangaben unter den vier untersuchten alternativen Trassenvarianten als die beste gerade im Hinblick auf eine mögliche Lärmbelastung der genannten Ortschaften herausgestellt. Die Lärm-Grenzwerte der aktuellen 16. Bundesimmissionsschutzverordnung würden hier vollständig eingehalten.

Die weitere Planung der A 39 in den Abschnitten 5 (Bad Bodenteich bis Wittingen) und 6 (Wittingen bis Ehra) soll in der zweiten Jahreshälfte 2013 abgeschlossen sein. Die Entwürfe, die in den Geschäftsbereichen Lüneburg beziehungsweise Wolfenbüttel der Landesbehörde erarbeitet werden, müssen anschließend vom Bundesverkehrsministerium genehmigt werden und gehen dann in die Planfeststellungsverfahren. Quelle: Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Frühstück in Bienenbüttel

Mehr als dreißig Mitstreiter der BI Hohnstorf 2011 hatten sich am vergangenen Sonntag zum 1. Bienenbütteler Bürgerfrühstück angemeldet.
Die vier reservierten Tische bogen sich unter der Last der Delikatessen die die Wirtschafts- und Toursimus-Gesellschaft Bienenbüttel (WTG) und die Bürgerstiftung Bienenbüttel organisiert hatten. Der Wettergott hatte ein Einsehen, und ließ das Wasser bereits am Sonnabend regnen, so dass es ein schönes sonniges Event wurde. Mehr als 1100 Bürger nahmen teil. Quelle: BI Hohnstorf