Freitag, 6. Mai 2005

Nutzen-Kosten-Verhältnis

Im Rah­men der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nung ist die Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung, die sich im Nut­zen-​Kos­ten-​Ver­hält­nis (NKV) aus­drückt, das Haupt­kri­te­ri­um für oder ge­gen den Bau ei­nes Stra­ßen­bau­pro­jek­tes wie der ge­plan­ten Au­to­bahn A 39. Da­bei wer­den die ge­schätz­ten Bau­kos­ten dem ver­mu­te­ten ge­samt­wirt­schaft­li­chen Nut­zen ge­gen­über ge­stellt. Maß­nah­men, bei de­nen die be­rech­ne­ten Nut­zen die Kos­ten deut­lich über­stei­gen, al­so ein ho­hes Nut­zen-​Kos­ten-​Ver­hält­nis be­sit­zen, er­schei­nen wirt­schaft­lich sinn­voll und da­mit auch bau­wür­dig.

Um die be­grenz­ten Mit­tel für den Bau von Au­to­bah­nen mög­lichst ef­fek­tiv ein­zu­set­zen, wur­den – zu­min­dest in der Ver­gan­gen­heit – die Pro­jek­te über­wie­gend auf­grund ih­res je­wei­li­gen Nut­zen-​Kos­ten-​Ver­hält­nis­ses (NKV) in ei­ne der drei Ka­te­go­ri­en ein­ge­teilt: 1. Vor­dring­li­cher Be­darf, 2. Wei­te­rer Be­darf, 3. Kein Be­darf.

Im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 1992 hat­ten nur Pro­jek­te des Vor­dring­li­chen Be­darfs, al­so mit ei­nem NKV gr&Öuml;ßer als 3, ei­ne Chan­ce auf Rea­li­sie­rung. Beim Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2003 gibt es die Gren­ze „NKV gr&Öuml;ßer 3“nicht mehr. Es kön­nen nun auch Pro­jek­te in den Vor­dring­li­chen Be­darf ein­ge­stellt wer­den, wenn ei­ne her­aus­ra­gen­de raum­ord­ne­ri­sche Be­deu­tung des Pro­jekts fest­ge­stellt wur­de.

Das Be­rech­nungs­mo­dell zur Be­stim­mung des Nut­zen-​Kos­ten-​Ver­hält­nis­ses wird al­ler­dings sehr kon­tro­vers dis­ku­tiert, da die be­rück­sich­tig­ten Ka­te­go­ri­en von Nut­zen (Trans­port­kos­ten­sen­kung, Kos­ten der We­ge­er­hal­tung, Bei­trä­ge zur Si­cher­heit, Ver­bes­se­rung der Er­reich­bar­keit, re­gio­na­le Ef­fek­te, Um­wel­t­ef­fek­te, Hin­ter­land­an­bin­dung, in­du­zier­ter Ver­kehr) kaum ob­jek­tiv zu er­fas­sen und da­mit ge­gen die Kos­ten auf­zu­wie­gen sind. So wird bei der Be­rech­nung des „Er­reich­bar­keits­vor­teils“je­de an­ge­nom­me­ne Stun­de, die ein Ver­kehrs­teil­neh­mer durch ei­ne neue oder aus­ge­bau­te Stra­ße ein­spart, als ei­ne Kos­ten­sen­kung von 3,83 Eu­ro ge­rech­net. Wenn zum Bei­spiel 50 000 PKW pro Tag je­weils 20 Mi­nu­ten ein­spa­ren, er­gibt das theo­re­tisch ei­nen jähr­li­chen Nut­zen von 23,3 Mil­lio­nen Eu­ro oh­ne Be­rück­sich­ti­gung, ob die Ver­kehrs­teil­neh­mer Ge­schäfts­rei­sen­de, Trans­por­teu­re oder Frei­zeit-​ und Ur­laubs­fah­rer sind. Al­les in al­lem ha­ben die Wirt­schafts­theo­re­ti­ker hier ei­ne frag­wür­di­ge Be­rech­nungs­me­tho­de ein­ge­führt. So fin­det sich im Be­rech­nungs­mo­dell bei­spiels­wei­se auch das er­leich­ter­te über­que­ren von Durch­gangs­stra­ßen für Fuß­gän­ger, er­rech­net mit Hil­fe des „Stun­den­lohns“von 5,47 Eu­ro.

Die bei­den ge­plan­ten Bau­ab­schnit­te der A 39 „Uel­zen-​Wolfs­burg“und „Lü­ne­burg-​Uel­zen“wer­den im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2003 vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung im Vor­dring­li­chen Be­darf ge­lis­tet und mit In­ves­ti­ti­ons­kos­ten von 437 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­ge­ben. Die­sen Kos­ten soll­te bei ei­nem NKV von 3,4 ein Nut­zen von ca. 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­gen­über­ste­hen. Al­ler­dings muss­te über das NKV der A 39 zu­nächst spe­ku­liert wer­den, da die­ses nicht spe­zi­fi­ziert, son­dern nur „im Pa­ket H-​Span­ge'', al­so mit der A 14 und der bei­de Au­to­bah­nen ver­bin­den­den Quer­span­ge durch die B 190n mit 3,4 aus­ge­wie­sen wur­de. Das Mi­nis­te­ri­um für Bau und Ver­kehr des Lan­des Sach­sen-​An­halt hat je­doch im Jahr 2006 die NKV „an­tei­lig“of­fen­ge­legt (A 14 = 4,6 und B 190n = 3,3). Das NKV der A 39 muss­te dem­nach deut­lich klei­ner aus­fal­len.

Die Bür­ger­in­itia­ti­ve „Ak­ti­on Le­bens­berg“er­mit­tel­te dar­auf­hin in ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Mo­dell­rech­nung das Nut­zen-​Kos­ten-​Ver­hält­nis der A 39 mit le­dig­lich 1,87. Da bei ei­ner Ein­zel­be­trach­tung die A 39 mit die­sem NKV ei­gent­lich hät­te aus dem Vor­dring­li­chen Be­darf ent­fal­len müs­sen, dräng­te sich der Ver­dacht auf, dass hier schön­ge­rech­net wur­de. Es er­gab sich die Fra­ge, ob das ei­gent­lich chan­cen­lo­se Pro­jekt A 39 nur im Wind­schat­ten der A 14 be­ste­hen konn­te.

Um die­se Fra­ge zu klä­ren, hat­te die Frak­ti­on Bünd­nis­90/Die Grü­nen im Sep­tem­ber 2006 ei­ne Klei­ne An­fra­ge an den Bun­des­tag ge­rich­tet, in de­ren Ant­wort wie­der nur der NKV für das Ge­samt­pa­ket (A 39, A 14, B 190n) mit­ge­teilt wur­de, al­ler­dings ver­bun­den mit dem Hin­weis, das Land Nie­der­sach­sen wer­de nach Vor­lie­gen der lan­des­pla­ne­ri­schen Fest­stel­lung ein NKV für das Ein­zel­pro­jekt A 39 er­mit­teln.

Dies ge­schah schließ­lich im No­vem­ber 2008. Aus der Ant­wort der nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge der Lü­ne­bur­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mi­ri­am Staud­te (Grü­ne) geht her­vor, dass im Ver­gleich der Nut­zen-​Kos­ten-​Ver­hält­nis­se die Au­to­bahn 39 deut­lich hin­ter der A 14 und der Quer­ver­bin­dung B 190n hin­ter­her­hinkt. Das Land be­ruft sich in sei­ner Ant­wort auf ak­tu­el­le Be­rech­nun­gen des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums. Dem­nach er­reicht die Stre­cke der ge­plan­ten A 39 zwi­schen Lü­ne­burg und Wolfs­burg ei­nen Wert von le­dig­lich 2,8.

Zu­frie­den war die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te mit der Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung in­des nicht. „Ge­fragt hat­ten wir nach ei­nem Wert für die A 39, doch der wird wei­ter schön­ge­rech­net'', wet­ter­te Staud­te sei­ner­zeit. Der Grund: In den Wert von 2,8 floss das NKV für den west­li­chen Teil der B 190n mit ein. „Doch selbst so er­füllt die A 39 al­lein nicht die Min­dest­vor­aus­set­zun­gen für die Auf­nah­me in den Vor­dring­li­chen Be­darf des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans.“Staud­tes är­ger war ver­ständ­lich. Denn die Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung ent­hielt ein Ein­zel-​NKV für den öst­li­chen Teil der B190n. Auch das lag mit 3,5 deut­lich über dem von A 39 und west­li­chem Ab­schnitt der Quer­span­ge. Zu­dem nähr­te die­se Pra­xis Staud­tes Ver­dacht, dass mit der Bun­des­stra­ße das Au­to­bahn-​NKV an­ge­ho­ben wer­den soll­te.

Die Zah­len des Er­geb­nis­be­richts zum NKV der A 39 sind teil­wei­se in sich, aber auch im Ver­gleich mit den Zah­len der Un­ter­su­chung für den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2003 nicht plau­si­bel. So er­ge­ben sich zum Bei­spiel aus dem Ver­gleich der Kos­ten pro Ki­lo­me­ter zwi­schen A 14 und A 39 ei­ner­seits und der Kos­ten­stei­ge­run­gen von A 14 und A 39 an­de­rer­seits im Ver­gleich zu 2003 nicht nach­voll­zieh­ba­re Un­ter­schie­de. Auch der An­nui­tä­ten­fak­tor ist zu nied­rig an­ge­setzt und weicht von dem von 2003 deut­lich ab. Dar­über hin­aus bleibt die Zu­sam­men­set­zung der „sons­ti­gen Kos­ten“un­klar und ein­ge­rech­ne­te Wer­te für Kos­ten und Nut­zen der Teil­pro­jek­te B 189 und B 71 sind nicht auf­ge­führt. Ins­be­son­de­re der Ver­such ei­ner Er­mitt­lung durch Dif­fe­renz­bil­dung führt hier zu nicht nach­voll­zieh­ba­ren Zah­len. Es ist au­ßer­dem nicht er­sicht­lich, wie der im Er­geb­nis­be­richt für den NKV der A 39 an­ge­ge­be­ne Preis­in­dex für die Nut­zen­po­si­tio­nen er­mit­telt und an­ge­wandt wur­de. Bei den Nut­zen­po­si­tio­nen der A 39 er­scheint dar­über hin­aus der in­du­zier­te Ver­kehr als zu ge­ring, die Um­wel­t­ef­fek­te da­ge­gen als zu hoch an­ge­setzt. Und schließ­lich ist die Stei­ge­rung des Nut­zens der A 14 im Ver­gleich zu 2003 nicht nach­voll­zieh­bar.

Aus dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um gab es auf An­fra­ge kei­ne In­for­ma­tio­nen, die zur Klä­rung die­ser Fra­gen bei­tra­gen konn­ten. Wir konn­ten al­so nur mit den uns vor­lie­gen­den Da­ten des Er­geb­nis­be­richts ar­bei­ten und kom­men zu dem Er­geb­nis, dass das im Er­geb­nis­be­richt ge­nann­te NKV für die A 39 von 2,78 zu hoch an­ge­setzt ist. Rea­lis­ti­scher er­scheint ein NKV von deut­lich un­ter 2, wahr­schein­lich na­he 1 oder so­gar un­ter 1.

Donnerstag, 14. April 2005

Trassen-Informationen nur für A39-Lobbyisten?

Mit Empörung und Fassungslosigkeit haben niedersächsische Umweltverbände und die 30 Bürgerinitiativen gegen die A 39 auf die Ankündigung der Landesbehörde für Straßenbau reagiert, wonach man die öffentliche Bekanntmachung der A39-Streckenvarianten der Industrie- und Handelskammer Lüneburg überlassen will, und zwar unter Ausschluss autobahnkritischer „Träger öffentlicher Belange“.

„Herr Schöberl als IHK-Geschäftsführer und eindeutiger A39-Lobbyist durfte die Einladungsliste zusammenstellen und will mit Billigung der Behörde offenbar alle Autobahnkritiker aussperren“, so Annette Niemann als Sprecherin des Dachverbands der Bürgerinitiativen, „auch manche als autobahnkritisch eingeschätzte Gemeinden haben keine Einladung erhalten.“ Renate Backhaus als Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND ergänzt: „Bei den nichtöffentlichen Veranstaltungen der Autobahn-Planungsbehörde verweigerte man uns die Karten der Trassenvarianten, die teilweise dicht an Gemeinden und quer durch Schutzgebiete geplant werden - stattdessen bedient man jetzt die Autobahnbefürworter mit Vorzugs-Informationen!“ Als schwerwiegenden Verfahrensfehler bewertet auch Günter Schäfers vom Landesverband der Bürgerinitiativen Umweltschutz das Vorgehen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Gemeinsam fordern die Verbandsvertreter, dass die Behörde diese einseitige Bevorzugung der Pro-A39-Lobby und damit den Ausschluss eines Großteils der betroffenen Bürger durch die IHK rückgängig macht. Vor dem Lüneburger Behördenzentrum protestierten am Donnerstag die A39-Gegner mit Plakaten gegen die unfaire Informationspolitik der Autobahnplaner.

Verantwortlich und Ansprechpartner als Pressesprecher des Dachverbands der Bürgerinitiativen gegen die A 39:

Eckehard Niemann
Varendorfer Str. 24
29553 Bienenbüttel

Mittwoch, 6. April 2005

Spedition Kobernuss hisst die Billiglohn-Flagge

„Verantwortungslose Steuer-Trickserei und Arbeitsplatzvernichtung“ haben die Bürgerinitiativen gegen die A 39 dem Spediteur Hubertus Kobernuss vorgeworfen, der seinen Firmensitz pro forma nach Zypern verlegen will. Der Uelzener Unternehmer, Vizepräsident des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen,  hat diesen Schritt gegenüber der Fachzeitung VerkehrsRundschau mit Steuersparen und der Möglichkeit des Einsatzes von osteuropäischen Billiglohn-Fahrern begründet.  „Ein führendes Mitglied der A39-Lobby fordert eine steuerfinanzierte, milliardenteure Gratis-Autobahn entzieht sich zugleich selbst der Steuer“, so Annette Niemann als Sprecherin der A39-Gegner, „das Gerede von der Sorge um regionale Arbeitsplätze wird so als zynische Propaganda entlarvt.“  Friedhelm Feldhaus, zweiter Sprecher des Dachverbands der 30 Initiativen zwischen Lüneburg und Wolfsburg, ergänzt: „Spediteure wie Kobernuss fordern für sich den Bau einer Autobahn, die nachgewiesenermaßen unwirtschaftlich und überflüssig ist, und weichen dann zum großen Teil wegen der Maut auf Bundes- und Landstraßen aus!“ Angesagt sei statt dieser „Nonsens-Autobahn“ der rasche bedarfsgerechte Ausbau der Bundesstrassen, mit Ortsumfahrungen und Lärmschutz, und die schnelle Ausdehnung der Maut auf die Ausweichstrecken der mautflüchtigen Speditionen.  

Verantwortlich und Ansprechpartner als Pressesprecher des Dachverbands der Bürgerinitiativen gegen die A 39:
Eckehard Niemann
Varendorfer Str. 24
29553 Bienenbüttel

Donnerstag, 10. März 2005

A 39-Verkehrsuntersuchung geschönt?

Die Bürgerinitiativen gegen die A 39 haben die planende Landesbehörde für Straßenbau aufgefordert, nunmehr endlich die längst vorliegenden Ergebnisse ihrer Verkehrsuntersuchung zu veröffentlichen. „Diese Daten wurden schon für Ende 2004 angekündigt und sind offenbar so schlecht, dass sie jetzt aufgehübscht und schönbegründet werden sollen“, so der Sprecher des Dachverbands der A 39-Gegner Friedhelm Feldhaus mit Hinweis auf die von der Landesbehörde angekündigte zusätzliche „Einarbeitung von weiteren bundesweiten Strukturdaten“ in den „überarbeiteten Zwischenbericht“.

Den Bürgerinitiativen, so Feldhaus, lägen inzwischen Informationen aus mehreren Quellen vor, wonach die Verkehrszahlen den Bau der A 39 nicht rechtfertigten. „Skandalöserweise erfolgte schon die Aufnahme der A 39 in den Bundesverkehrswegeplan im Sommer letzten Jahres, obwohl die Daten der aktuellen Verkehrsuntersuchung nicht vorlagen und die vorliegende Verkehrsuntersuchung Nord-Ost diese Planung als wenig sinnvoll einstuft“, bemängelt Annette Niemann als zweite Sprecherin des Dachverbands. Sie forderte erneut die gleichberechtigte Beplanung eines bedarfsgerechten Ausbaus der B 4 und anderer vorhandener Verkehrswege und der dringend benötigten Ortsumfahrungen.

Verantwortlich als Pressesprecher der Bürgerinitiativen gegen die A 39:
Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel

Sonntag, 6. März 2005

Leserbrief: Trasse der A39 innerhalb der Gemeinde Betzendorf

Wie wir aus sicherer Quelle erfahren haben, liegt die Linienführung für die Trasse der A39 innerhalb der Gemeinde Betzendorf bereits fest: Demnach führt die Trasse in einem Abstand von nur 300 bis 500 Meter  an den Orten Betzendorf und Tellmer vorbei. Von Nordosten kommend müsste sie sehr wahrscheinlich als Hochtrasse über die Bahngeleise der OHE und über die K8 hinweggeführt werden. Die Autobahn würde somit zu einer hochgradigen Belastung durch Lärm und Abgase für die Bewohner Betzendorfs führen. Die Passage zwischen Kirchenholz und Tellmer ist so schmal, dass auch die Bewohner Tellmers unter Emissionen unmittelbar zu leiden hätten. Die Ackerflächen um Tellmer würden durch die Trasse so zerstückelt werden, dass auf den Restflächen eine sinnvolle Bewirtschaftung nicht mehr möglich wäre. Tellmer ist eines der wenigen Dörfer im Landkreis Lüneburg mit noch mehreren Vollerwerbshöfen. Sie könnten nicht mehr existieren, und mit ihnen wäre das ganze Dorf im Handstreich erledigt.

Ich erinnere die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr an ihre Versprechen: 1. Geschlossene Wohngebiete sollen geschont werden! Sie  sind schützenswert und gehören zu den konfliktreichen Zonen. 2. Die sogenannte Null-Variante, d.h. der Ausbau der B4 zu einer zügig geführten Fernstraße mit Ortsumgehungen solle geprüft werden (siehe Anlagen zur Antragskonferenz vom 27.01.04, S.5).

Die Landesbehörde ignoriert bis heute auf sträfliche Weise der Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung Nordost aus dem Jahre 2002. Neue Verkehrsdaten wollte sie schon im November 2004 vorlegen. Die Öffentlichkeit wird hingehalten. Die Behörde begibt sich damit in die Gefahr, die Reputation einer Fachbehörde zu verlieren und sich selbst zum verlängerten Arm einer unsinnigen Politik und einer mächtigen Lobby zu degradieren. Wir rechnen mit einem heißen Sommer und demnächst auch mit entsprechenden Wahlergebnissen.


Hansjörg Witte, Dohrnkamp 5, 21386 Betzendorf
Sprecher der Bürgerinitiative Gemeinde Betzendorf gegen die A39