Donnerstag, 7. Oktober 2004

Autobahngegner fordern Stärkung der Ostheide-Region

Äußerungen von Niedersachsens Umweltminister Sander, durch die Autobahn A 39 könnten in der Ostheide „mögliche Arbeitsplätze“ entstehen und man werde dafür schon eine „naturverträgliche Trasse“ finden, sind bei den Autobahngegnern auf Unverständnis gestoßen.

Sander hatte in der Fernsehsendung „NDR-Aktuell“ zudem die Einbindung aller Beteiligten in diesen Entscheidungsprozess angekündigt. „Unserer Region würde durch die A 39 auch wirtschaftlich immens geschadet,“ so Eckehard Niemann als Sprecher des Dachverbands von 30 Bürgerinitiativen, „die A 39 zieht Kaufkraft ab, zerstört wichtige weiche Standortfaktoren und lenkt ab von einer gezielten Regionalentwicklung in Bereichen wie Ernährungswirtschaft, Anwendungsforschung und sanfter Tourismus.“ Statt einer milliardenteuren „zerstörerischen Nonsensautobahn“ brauche die Ostheide jetzt schnell den bedarfsgerechten Ausbau vorhandener Verkehrswege. Wenn Minister Sander das Angebot einer Einbeziehung aller Argumente wirklich ernst meine, dann müsse jetzt endlich auch der Ausbau der B 4 mit Ortsumfahrungen untersucht und in die Planung einbezogen werden. Die Bürgerinitiativen seien gern bereit, dem Umweltminister diese Zukunftsansätze bei einem Gespräch näher zu erläutern.


Verantwortlich als Sprecher des Dachverbands der Bürgerinitiativen gegen die A 39:

Eckehard Niemann
Varendorfer Str. 24
29553 Bienenbüttel

Samstag, 2. Oktober 2004

Steinlabyrinth-Aktion lockte 200 Besucher

Mehr als 200 Besucher folgten am Sonntag dem Aufruf der Bürgerinitiativen gegen die Autobahn A 39 zum Bau eines Steinlabyrinths zwischen Luttmissen und Velgen, direkt auf einem der möglichen Autobahn-Korridore. Aus tausend mitgebrachten Steinen entstand entlang der vorgezeichneten Linien in Minutenschnelle ein Labyrinth, das dann begeistert von langen Menschenketten begangen wurde.

„Platz genug dafür bot unser 17 Meter breites und eng mit Steinen belegtes Werk,“ so die Aktionskünstlerin Mailin Bach, „denn als Kontrapunkt zu einer zerschneidenden Autobahnlinie bildet ein Labyrinth den längstmöglichen Weg zwischen zwei Punkten.“ Dieses uralte Symbol, das historisch nicht nur bei Griechen oder Kelten, sondern auch in vielen mittelalterlichen Kathedralen zum Innehalten anregte, sollte auch auf einem der möglichen Autobahnkorridore zum bewussteren Umgang mit der Kulturlandschaft anregen.

„Die Steine sind dabei ein typisches Merkmal unserer Endmoränenlandschaft,“ so Mailin Bach, „die wir gegen die Zerschneidung und Zerstörung schützen wollen.“

Begleitet wurde die Labyrinth-Aktion von eindrucksvollen Didgeridoo-Musik von Marcus Holm-Petersen. Den angebotenen Kartoffelsalat der Ellenberg-Soulfood-Connection (gelb, rot und blau aus alten Kartoffelsorten des Barumer Bio-Kartoffelzüchters) verzehrten die unerwartet vielen Besucher bis auf den letzten Rest. Die Veranstalter vermuten und hoffen, dass viele Besucher das Steinlabyrinth auch in Zukunft ansteuern und begehen werden und dass ähnliche Aktionen auch anderswo die heimatliche Kulturlandschaft bereichern und in Wert setzen werden.

Der NDR, der zuvor schon eine parallele Aktion auf Betzendorfer Bauernhöfen gegen die A 39 gefilmt hatte, berichtet am Mittwoch um 21 Uhr auf N3 auch über die Labyrinth-Aktion.

Einladung zum Steinlabyrinth Luttmissen

Für die Entwicklung unserer Kulturlandschaft, für die Sensibilisierung im Naturerleben und daher gegen Planung und Bau der A 39
das steinlabyrinth luttmissen ist eine Einladung in die Erfahrung von Natur, in die Erfahrung von Leben.
Es ist eine Einladung die Sinne ganz zu öffnen.

Wir bauen es aus Feldsteinen, die den Weg markieren.
So offenbart es s t e i n e
In seiner Einfachheit die schnörkellose Schönheit der Natur. Die Steine sind eiszeitliche Zeugen die immer wieder aus der Erde hervortreten. Im Labyrinth berührt und geordnet, liegen und lagern sie in ihrer urzeitlichen Präsenz und zeigen uns einen Weg auf.

Das Labyrinthzeichen aus dem minoischen Kreta gilt als Symbol für das zyklische Leben , für den h i s t o r i e Kreislauf von Werden und Vergehen und für den Weg zur Mitte.

Labyrinthe , eine uralte und geheimnisvolle Ausdrucksweise , erscheinen rund um den Globus, dort wo Menschen sich mit Ackerbau und Fischfang beschäftigen und ernähren. Sie tauchen in den unterschiedlichsten Kulturen auf: Im minoischen Kreta, im bronzezeitlichen Mittelmeerraum, in Irland und England als Rasenlabyrinthe sowie in Skandinavien als die sog. Trojaburgen. Auch in Asien und Amerika ist diese rituelle und initiatorische Struktur zu finden. Die Christen greifen sie auf und es entstehen grosse Bodenmosaike in Kathedralen und Kirchen. Der Weg wird als Pilgerweg verstanden und der initiatorische Gedanke wird auch hier repräsentiert.
In den letzten Jahren werden an  vielen Plätzen Europas wieder Labyrinthe gebaut.
„Die Sehnsucht den alten verschlungenen Pfaden zu folgen und damit anzuknüpfen an eine tiefe symbolische Weisheit über den Menschen und seine Verbindung zur Natur , ist der grund warum dieses Zeichen heute allerorten wieder ins Leben gerückt wird.“(Sylvia Koch-Weser)

Mit  der Steinlegung setzten wir unser Zeichen , dass wir uns von der H-Spange der Autobahnplaner nicht lähmen lassen in unserer Kreativität und Lebendigkeit. Im Gegensatz zur Autobahn, dieser gradlinigen Verbindung von A nach B, die unsere Natur zerschneidet und Abgrenzung kreiert – setzten wir das Steinlabyrinth, also den g r ö s s t m ö g l i c h e n  U m w e g um von der Peripherie des Kreises zu seiner Mitte zu gelangen. Ohne Irrwege oder Abzweigungen führt dieser Weg immer zum Ziel, wobei er wiederholt die Richtung wechselt. In dieser Qualität ist der weg die Metapher für Leben überhaupt.

Wer das Labyrinth betritt überschreitet eine Schwelle in sein Inneres, wer es verlässt ist ein Anderer.

Für die Entwicklung unserer Kulturlandschaft, für die Sensibilisierung im Naturerleben und daher gegen Planung und Bau der A 39

Montag, 20. September 2004

Rübenferntransporte belasten die B4

Verkehrsgeplagte Bürger der Gemeinde Melbeck und Vertreter der Bürgerinitiativen gegen die A 39 haben heute gemeinsam einem NDR-Fernsehteam an der B4 die zusätzliche Verkehrsbelastung durch LKW-Rübenlaster aus Schleswig deutlich gemacht. Melbecks Bürgermeister Heinz Meyer verwies auf 41 Verkehrsunfälle im vorigen Jahr mit 3 Todesopfern und 19 Verletzten.

„Täglich 500 Fahrten hin und weitere 500 Fahrten zurück erhöhen zudem vor allem nachts den ohnehin schon unerträgliche Lärm,“ so Eckehard Niemann als Sprecher des Dachverbands der Autobahngegner, „deshalb sollte die Landesregierung die billigeren und problemlosen Rübenferntransporte auf der Schiene rasch ermöglichen.“

Das NDR-Team von „hallo niedersachsen“ hatte hierzu sowohl Vertreter der OHE-Eisenbahngesellschaft als auch Finanzminister Möllring befragt. Für den Rübenanbauerverband betonte Juliane Haufe, dass angesichts der Umstrukturierungen im Rübensektor ohnehin neue integrierte Verkehrskonzepte angesagt seien.

Der Beitrag zur Problematik der Rübentransporte wird auf NDR 3 gesendet am Dienstag um 19.30 Uhr. Die Fernsehteilnehmer, in deren Region „hallo niedersachsen“ zu diesem Zeitpunkt nicht empfangen werden kann, können den Beitrag am Mittwoch um 10.30 Uhr auf NDR 3 sehen.


Verantwortlich als Sprecher des Dachverbands der Bürgerinitiativen gegen die A39:

Eckehard Niemann
Varendorfer Str. 24
29553 Bienenbüttel

Sonntag, 19. September 2004

Rüben auf die Schiene!

Erfreut über die neuen Perspektiven zur Verlagerung der Rübentransporte Schleswig-Uelzen von der Straße auf die Schiene hat sich der Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die Autobahn A 39 geäußert.

„Wir sind froh, dass Nordzucker AG und OHE-Eisenbahngesellschaft so positiv auf unsere Initiative reagieren,“ so Dachverbandssprecher Eckehard Niemann, „der billigere und problemlose Transport über die Schiene nützt den Bauern, der Umwelt und den betroffenen Anwohnern und Verkehrsteilnehmern.“ Ihnen müssten die zusätzlichen 500 LKW-Fahrten, hin und zurück über 200 Kilometer, für eine halbe Millionen Tonnen Rüben unbedingt erspart werden.
Schließlich seien bereits im letzten Jahr innerhalb der 80tägigen Rübenkampagne 10 Verkehrsunfälle mit 4 Schwer- und 2 Leichtverletzten zu beklagen gewesen.

Jetzt müsse die Landesregierung endlich durch eine Landesbürgschaft den Ausbau der notwendigen Verladeeinrichtungen ermöglichen. Diese Summen, so Niemann, seien allerdings „peanuts“ im Vergleich zu den einsparbaren Milliardenkosten der „Nonsensautobahn“ A 39.


Verantwortlich als Sprecher des Dachverbands der Bürgerinitiativen gegen die A 39:

Eckehard Niemann
Varendorfer Str. 24
29553 Bienenbüttel