Tourismus

Der Tourismus ist in Deutschland ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Auch für die hier Lebenden sind die deutschen Landschaften immer noch das Reiseland Nr. 1. Der Erhalt von Umwelt, Natur und Kultur liegt daher im existenziellen Interesse des Tourismus. Gerade im ländlichen Raum zwischen Lüneburg und Wolfsburg kann nachhaltiger Tourismus dazu beitragen, die Eigenart der Landschaft, der regionaltypischen Kultur und Wirtschaft zu erhalten. Das schafft Arbeitsplätze und Lebensmöglichkeiten für die Bevölkerung auf dem Land.
Diesen Charme und dieses Potenzial (zer-)stört eine Autobahn durch Lärmkorridore, Zerschneidung und Asphaltierung der Landschaft, den Import städtischer Strukturen und Vieles mehr. „Im Tourismus zählt die Region.“So heißt es in einer Presseerklärung des Deutschen Städte- und Gemeinde-Bundes (DStGB) und des Deutschen Tourismusverbandes. Bei den im Trend liegenden Aktivurlauben, wie Wandern, Radfahren oder Bootfahren, orientiere sich der Kunde nicht an einzelnen Städten und Gemeinden, sondern er suche Regionen auf.
Regionen, die umfassende, übergreifende Angebote des ländlichen Tourismus bieten. Das kann ein Themenradweg sein mit der Integration regionaltypischer Produkte – und natürlich deren Verzehrmöglichkeit in Gaststätten oder bei Direktvermarktern am Wege – oder ein Pauschalangebot „Schäfer-Stündchen". Hierbei kann der Urlaubsgast die Zusammenhänge zwischen seinem Konsumverhalten und der Sicherung wertvoller Kulturlandschaften hautnah mit den Hüteschäfern eines Beweidungsprojektes des Naturschutzes erleben.
Hier sind Initiativen zwischen Lüneburg und Wolfsburg nötig. Hier fehlen Rat und Tat, Investitionen und Strukturen. Hier fehlt Geld für die Entwicklung und Umsetzung intelligenter Konzepte. Geld, das so großzügig für die Zerstörung der natürlichen Ressourcen eines Zukunft weisenden und erhaltenden Tourismus bereit gestellt werden soll.
An jeder zweiten Autobahnabfahrt Event-Tourismus à la Indoor-Skiing, wie in Wolfsburg geplant, Space Park, wie in Bremen mit Investitionen von 500 Mio. Euro gescheitert, oder Heidepark Soltau etablieren zu wollen, ist weder wirtschaftlich tragbar, noch infrastrukturell sinnvoll. Unsere Dörfer und die typische Heidelandschaft der kuppigen Geest mit ausgedehnten Wäldern und eingeschnittenen Fluss- und Bachtälern bieten das Schöne, das Besondere, das Wertvolle und das Einzigartige, das im Mittelpunkt des Tourismus steht. Niemand – ob Urlauber oder Naherholung Suchender – verbringt seine Freizeit im Kilometer breiten Lärmkorridor der Autobahn.